Schlacht um Aleppo: Rebellen auf dem Rückzug

09.08.2012, 17:25
Schlacht um Aleppo: Rebellen auf dem Rückzug (Bild: EPA)
Foto: EPA
In der syrischen Rebellenhochburg Aleppo haben sich Regierungstruppen und Aufständische am Donnerstag erneut heftige Kämpfe geliefert. Die Schlacht um die strategisch wichtige Wirtschaftsmetropole gilt als entscheidend in dem blutigen Konflikt. Verwirrung herrscht indes um den Protokollchef von Präsident Bashar al- Assad. Zunächst hieß es, er sei zu den Aufständischen übergelaufen - wenige Stunden später folgte jedoch das Dementi.

Die Lage im umkämpften Aleppo bleibt weiter ungewiss. Nach eigenen Angaben zogen sich die Aufständischen aus Teilen des strategisch wichtigen Stadtviertels Salaheddine zurück. Die Truppen von Assad rückten am Donnerstag in das Viertel vor.

Die Regimetruppen hatten am Vortag einen neuen Anlauf gestartet, um die Aufständischen aus der seit fast drei Wochen umkämpften Millionenstadt zu verdrängen. Dabei setzten sie auch schwere Artillerie und Kampfflugzeuge ein. Beide Konfliktparteien sehen im Ausgang der Schlacht um die Metropole eine Vorentscheidung in Hinblick auf das Schicksal des Regimes von Präsident Assad.

Mehr als 50.000 Flüchtlinge in Türkei

Die Zahl syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge in der Türkei ist am Donnerstag erstmals auf mehr als 50.000 gestiegen. Wegen der Gewalt seien seit dem Vortag 2.219 neue Flüchtlinge über die Grenze gekommen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi. Es werde befürchtet, dass der Flüchtlingsstrom insbesondere aus Aleppo weiter ansteigen werde, teilte die türkische Katastrophenschutz- Behörde mit. Die Regierung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan unterstützt die Exilopposition gegen Assad und duldet auch bewaffnete Regierungsgegner auf türkischem Boden.

Verwirrung um Assads Protokollchef

Moheddin Muslimani, Assads Protokollchef, hat indessen bestritten, jüngster Überläufer zu den Aufständischen zu sein. "Diese Berichte sind ohne Grundlage, ich erfüllen meine Pflicht im Präsidentenpalast", zitierte ihn die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag. Wenige Stunden zuvor hatte der saudische Nachrichtensender Al- Arabiya berichtet, Muslimani habe sich der Opposition angeschlossen und eine Pressekonferenz angekündigt, in der er seine Entscheidung, dem Regime den Rücken zu kehren, begründen werde.

Assad selbst ernannte am Donnerstag einen neuen Ministerpräsidenten. Der bisherige Gesundheitsminister Wael al- Halki soll auf Riad Hidschab folgen, der sich auf die Seite der Aufständischen geschlagen und das Land verlassen hatte (siehe Infobox). Hidschab hatte am Montag seine Desertion "von diesem terroristischen Regime erklärt, das für zahlreiche Morde verantwortlich ist".

AG/red
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