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28.05.2016 - 02:02
Foto: AP, facebook.com/Lindsey Vonn

Schienbeinkopfbruch: Rätselraten um Vonns Knie

29.02.2016, 14:11

Ski- Star Lindsey Vonn hat sich laut eigenen Instagram- Angaben in Soldeu einen Bruch des Schienbeinkopfes zugezogen. Das habe die MR- Untersuchung am Sonntagnachmittag ergeben, teilte die US- Amerikanerin in sozialen Netzwerken mit. Über ihre weiteren Pläne hielt sich Vonn am Montag vorerst bedeckt. Grundsätzlich könnte die Verletzung auch das vorzeitige Saisonende zur Folge haben.

Vonns Beitrag am späten Sonntagabend trug nach einem Wochenende voller Drama, Emotionen, Vorwürfen und Fragezeichen vorerst wenig zur Aufklärung bei. Immerhin die Verletzung wurde konkreter: "Das MRI zeigt einen ziemlich substanziellen Bruch meines Schienbeinkopfes. Das Seitenband und das übrige Knie sehen gut aus", schrieb die vierfache Gesamtweltcup- Siegerin, die am Samstag im Super- G in Andorra gestürzt war, bei der Kombination am Folgetag jedoch wieder am Start stand. Vonn hatte zunächst davon berichtet, dass sie im linken Knie einen Haarriss erlitten habe.

Wie es weitergeht, wusste sie Sonntagabend noch nicht. "Ich werde jetzt mit meinen Trainern sprechen und einen Plan machen. Ich halte euch auf dem Laufenden", versprach die 31- Jährige und dankte ihren Fans, "die mich immer unterstützt haben". Daneben stellte sie eine MRT- Aufnahme des Kniegelenks. "16,1 mm" steht über der Stelle der Fraktur.

Schild und Hosp erlitten ähnliche Verletzung

Prinzipiell ist eine Verletzung dieser Kategorie durchaus ernsthaft und hätte bei den meisten Hobby- Skifahrern wohl eine mehrwöchige Zwangspause zur Folge. Der Österreicher Andreas Buder hatte die Saison 2007/08 wegen eines ähnlichen Bruchs nach einem Sturz im Kitzbühel- Training beenden und auch den folgenden Winter letztlich abschreiben müssen. Auch bei Marlies Schild und Nicole Hosp brach der Knochen an dieser Stelle.

Im Fall von Vonn wollte Knie- Spezialist Christian Hoser, in dessen Klinik in Innsbruck in dieser Saison unter anderem Anna Fenninger, Aksel Lund Svindal und Georg Streitberger operiert wurden, auf Grundlage des publik gemachten Bildes keine Ferndiagnose anstellen. "Es könnten noch ein paar Sachen dabei sein, die man auf dem Bild nicht sieht und die Verletzung um eine Dimension schlimmer machen", erklärte er.

Foto: Instagram

Ob der Start am Sonntag mit speziellen Kniebandagen - Vonn belegte in der Kombination Platz 13 - aus medizinischer Sicht vertretbar war, könne man nicht mit Bestimmtheit sagen. "Eine vollumfängliche Beurteilung war sicher vor dem MRT nicht möglich", meinte der ÖSV- Arzt. "Ich nehme an, dass der amerikanische Teamarzt sie verantwortungsvoll beraten hat. Ich nehme auch an, dass Lindsey viel von dieser Entscheidung selber getroffen hat." Hoser hielt fest, dass die Verletzung grundsätzlich "nicht operationspflichtig" sei.

Wie groß ihre Schmerzen seien, lasse sich ebenfalls nicht sagen. "Schmerzen sind variabel", meinte er. Vonn müsse in Abstimmung mit ihrem Team und ihren Ärzten die Entscheidung treffen, die am besten für ihren Körper sei. "Sie hat sehr Erfahrung mit Verletzungen. Sie weiß auch, was es bedeutet, sich noch schwerer zu verletzen."

Vonn ist derzeit in einen packenden Zweikampf um den Gewinn ihrer fünften großen Kristallkugel verstrickt. Im Gesamt- Ranking liegt sie bei noch acht ausstehenden Rennen nur 28 Punkte vor der Schweizerin Lara Gut, die beiden sollten noch sechsmal direkt aufeinandertreffen. Das spielte bei der Entscheidung für einen Start am Sonntag wohl eine gewichtige Rolle. "Als Sportlerin bin ich im fortgeschrittenen Alter. Deshalb könnte es meine letzte Chance sein. Und diese will ich nutzen", sagte die Einzelsieg- Rekordhalterin (76) im Weltcup.

"Niemand kann mich je ein Weichei nennen!"

Reaktionen in den sozialen Netzwerken, in denen sie ob ihrer schnellen Rückkehr als Schauspielerin oder Simulantin bezeichnet wird, kann Vonn nicht nachvollziehen. "Es ist für mich völlig unverständlich, dass sich Leute ohne Kenntnis der Sachlage solche Unterstellungen anmaßen. Ich täusche mit Sicherheit keine Verletzungen vor", betonte die Abfahrts- Olympiasiegerin von 2010. "Niemand kann mich je ein Weichei nennen!", twitterte sie am Sonntag, nachdem sie zuvor ein Video davon online gestellt hatte, wie ihr mit einer Spritze Flüssigkeit und Blut aus dem Knie gesaugt wird.

29.02.2016, 14:11
AG/red
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