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19.06.2013 - 14:06

Samaras: "Einige Politiker tun alles, damit wir scheitern"

24.07.2012, 15:19
Samaras: "Einige Politiker tun alles, damit wir scheitern" (Bild: EPA)
Foto: EPA
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hat am Dienstag die Äußerungen einiger europäischer Politiker zum möglichen Euro- Austritt Griechenlands schärfstens kritisiert. "Ich sage es offiziell: Es handelt sich um Untergraber unserer nationalen Bemühungen", erklärte er bei seiner Rede vor einem Parlamentsausschuss. "Wir tun, was wir können, damit das Land wieder auf eigenen Beinen stehen kann - und sie tun alles, was in ihrer Macht steht, damit wir scheitern."

Samaras sagte weiter, er wisse nicht, ob sie (gewisse europäische Politiker, Anm.) es "bewusst oder aus Dummheit" tun. "Ich weiß nur, dass sie unverantwortlich sind", erklärte der Regierungschef. "Sie werden es nicht schaffen."

Samaras Rede wurde im griechischen Fernsehen übertragen. Der griechische Premier betonte erneut, dass Griechenland dringend Investitionen und Wachstum brauche. Zugleich zeigte er sich aber zuversichtlich, dass sein Land die Auflagen schultern wird. Dazu brauche Griechenland allerdings mehr Zeit, betonte der Regierungschef. Er verwies auf den Wirtschaftseinbruch, der bereits 2011 bei 7 Prozent lag, zudem betrage die Arbeitslosenrate knapp 24 Prozent. Dies zeige, dass andere Maßnahmen nötig seien. Die Auflagen der Geldgeber werde Athen jedoch alle erfüllen, versicherte er.

"Keine Geldspritzen mehr für die Griechen"

Samaras' emotionale Rede im Parlament bezog sich unter anderem auf deutsche Medienberichte vom Montag, worin prophezeit wurde, dass Griechenland der Geldhahn zugedreht werde (siehe Infobox). Und auf die Aussagen des deutschen Wirtschaftsministers und FDP- Chefs Philipp Rösler, der am Sonntag im ARD- Sommerinterview gesagt hatte: "Für mich hat ein Austritt Griechenlands längst seinen Schrecken verloren."

Medien: Röslers Ausagen machen es schwieriger

Die Aussagen Röslers wurden am Dienstag auch in den griechischen Medien stark kritisiert. "Die kontinuierlichen Drohungen" machten Reformen und Sparmaßnahmen "nur schwieriger und tragen nicht zur Problemlösung bei", bewertete die konservative Athener Zeitung "Kathimerini" die Äußerungen. Ein Kommentar im griechischen Rundfunk lautete: "Der Mann (Rösler, Anm.) scheint sich nicht für Europa und auch nicht für Deutschland zu interessieren. Er kümmert sich nur um sein politisches Überleben in seiner ins Wanken geratenen Partei."

Die Boulevardzeitung "Avriani" schrieb: "Der Rösler drängt uns aus dem Euro raus." Auch die Athener Zeitungen "Ethnos" und "Ta Nea" bemerkten, dass die Aussagen von jemandem stammten, der nichts von Europa verstehe.

Geldgeber- Troika in Athen eingetroffen

Unterdessen sind die Experten von Europäischer Union, Internationalem Wirtschaftsfonds und Europäischer Zentralbank am Dienstag in Athen zu den entscheidenden Prüfungen der Sparfortschritte seit Ausbruch der Euro- Schuldenkrise eingetroffen. Die Kontrolleure bringen viele "Rote Karten" mit, kommentierte die griechische Presse. Die Experten wollen nun u.a. herausfinden, wie in den Jahren 2013 und 2014 das Finanzloch von 11,5 Milliarden Euro gestopft werden kann. Von ihrem Urteil hängt es letztlich ab, ob weitere Milliarden nach Athen fließen oder das Land bankrottgeht.

Die Kontrollen sollen laut dpa- Informationen zunächst bis etwa 6. August dauern. Am Freitag wollen sich die Experten mit Samaras treffen, teilte das Büro des Regierungschefs mit. Eine endgültige Bewertung wird nicht vor Ende August erwartet. Dann will die Troika erneut nach Athen reisen.

Fekter: "Griechen- Austritt wird nicht diskutiert"

Wenn Griechenland keine Schuldentragfähigkeit erlange, könne auch nicht ausbezahlt werden, deponierte indessen Finanzministerin Maria Fekter am Dienstag, betonte aber: "Wir warten auf den Bericht der Troika." Da werde feststehen, wie weit Griechenland sein Programm mit Sparmaßnahmen und Reformen erfüllt habe. Erst dann könne beraten werden, "wie wir mit den Auszahlungen umgehen".

Über einen Austritt Griechenlands aus dem Euro werde hingegen "derzeit nicht diskutiert", reagierte Fekter auf die Äußerungen des deutschen Wirtschaftsministers.

AG/red
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