Umstrittene Zeugen

Rechtsextreme untermauern Breiviks Weltsicht

Ausland
05.06.2012 18:51
Im Prozess gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik sind am Dienstag mehrere Rechtsextreme zu Wort gekommen. Breiviks Anwälte hatten darauf bestanden, die Männer in den Zeugenstand zu rufen, um zu zeigen, dass die Überzeugungen des 33-jährigen Angeklagten durchaus verbreitet und nicht die Ideen eines Geisteskranken sind. Die Anwälte von Überlebenden und Angehörigen der Opfer hatten die Zeugenliste schon im Vorfeld scharf kritisiert.

Breivik sieht sich als Verteidiger Norwegens und Europas im Kampf gegen Islam und Multikulturalismus. Er hat seine Taten gestanden, plädiert aber auf nicht schuldig. Ihm droht eine Haftstrafe von 21 Jahren, die anschließend verlängert werden kann, oder eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Weil die Gerichtsentscheidung über die Zurechnungsfähigkeit des 33-Jährigen für das Urteil als entscheidend gilt, hatte es sein Verteidiger Geir Lippestad als notwendig bezeichnet, auch Rechtsextreme als Zeugen vorzuladen. Es gehe nicht darum, Argumente für eine politische Überzeugung vorzubringen, "sondern zu zeigen, dass die Weltsicht des Angeklagten auch von anderen geteilt wird". 

Neonazi warnt vor "Ausrottung" Norwegens
So sagte dann der Gründer der norwegischen Neonazi-Bewegung "Vigrid", Tore Tvedt (Bild li.), vor Gericht, dass sich das Land "im Krieg" und auf dem Weg zu einer "Balkanisierung" befinde. "Wir werden nicht nur angegriffen, wir stehen vor der Ausrottung", fügte er hinzu. 

Der Chef der Organisation "Stoppt die Islamisierung Norwegens", Arne Tumyr (re. im Bild), bezeichnete den Islam in seiner Zeugenaussage als "eine Religion der Gewalt, eine Religion der Kriege". Den Propheten Mohammed nannte er einen "Sexualstraftäter, Karawanenplünderer, Mörder und Kriegsverbrecher". Der Islam sei eine Bedrohung für die norwegische Gesellschaft und ihre Werte.

Verschiebung des Urteils möglich
Mit einem Urteil in dem Prozess wird indessen nicht vor Ende Juli gerechnet. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, kommen als mögliche Termine für die Urteilsverkündung der 20. Juli oder der 24. August infrage. Derzeit laufe die Planung allerdings auf den 20. Juli hinaus. Zwei Tage später, am 22. Juli, jährt sich der Tag, and dem Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel und dann auf der Ferieninsel Utöya insgesamt 77 Menschen ermordete.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
05.06.2012 18:51
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung