Rapid und Salzburg siegen mit Mühe, Austria strauchelt

28.07.2012, 20:22
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET / Video: Laola
Zweites Spiel, zweiter Sieg - für Rekordmeister Rapid ist der Traumstart in die Saison perfekt. Am Samstag gewannen die Hütteldorfer in der zweiten Runde der tipp3- Bundesliga in Wiener Neustadt dank eines Tors von Mario Sonnleitner mit 1:0. Salzburg ist daheim gegen Mattersburg die Rehabilitation für das blamable Aus in der CL- Quali gelungen. Wirklich überzeugend wirkten die Bullen beim 3:2- Sieg aber nicht. Gänzlich daneben ging dagegen das Heimdebüt von Neo- Austria- Coach Peter Stöger. Seine Veilchen verloren gegen Sturm Graz mit 0:1.

Wiener Neustadt - Rapid 0:1

Im Gegensatz zum 4:0 gegen Wacker Innsbruck vor einer Woche vermochte Rapid diesmal nicht zu glänzen, dennoch stand der Erfolg der Grün- Weißen nie wirklich infrage.

Der entscheidende Treffer resultierte aus einer offenbar einstudierten Eckball- Situation: Hofmann spielte den Ball flach in den Rückraum, Drazan flankte zur zweiten Stange, Trimmel legte per Kopf ab und Sonnleitner verwertete aus kurzer Distanz.

Schon davor hatten die Hütteldorfer drei gute Gelegenheiten auf das erlösende Tor. In der 8. Minute köpfelte Boyd knapp daneben, wenige Sekunden später verfehlte Alar aus sechs Metern das leere Tor, in der 51. Minute wurde ein Hofmann- Schuss vor der Linie abgeblockt.

Nach dem 1:0 konzentrierte sich Rapid vor allem darauf, den Ball so lange wie möglich in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Die Niederösterreicher waren mit ihren bescheidenen Mitteln nicht in der Lage, auch nur eine einzige zwingende Chance herauszuspielen. So bekamen die 6.200 Zuschauer - die meisten davon im Rapid- Lager - nach dem Goldtor nur noch einen Höhepunkt zu sehen: In der 61. Minute sah der Wiener Neustädter Lenko wegen wiederholten Foulspiels Gelb- Rot.

Salzburg - Mattersburg 3:2

Franz Schiemer (14.) und Jonathan Soriano (33.) hatten die Bullen plangemäß und verdient in Führung gebracht, Patrick Bürger (45.+1) und Alois Höller (49.) innerhalb nur weniger Minuten aber den Gleich- bzw. Endstand hergestellt. Erst der eingewechselte Gonzalo Zarate erlöste die in der zweiten Hälfte auf allen Linien enttäuschenden Gastgeber mit dem Siegtreffer in der 77. Minute.

Vor der Trauerkulisse von 4.600 Zuschauern - ein Transparent forderte voller Verzweiflung "Holt Titel und Pokal!" - dominierten die offensiven Hausherren das Spiel von Beginn an und gingen früh in Führung: Nach einem Freistoß verschaffte sich Hierländer an der Strafraumgrenze Raum und bediente den links außen postierten Mendes, dessen Stanglpass Schiemer im Rutschen aus zwei Metern nur noch ins Tor drücken musste.

Mattersburg fand vor dem Seitenwechsel nur selten den Weg über die Mittellinie, hatte die beste Chance durch Malic, der Walkes Kasten aus zwölf Metern klar verfehlte (20.). Eine günstige Situation nach Mendes- Patzer konnten die Burgenländer trotz 5:3- Überzahl nach einer halben Stunde zudem nicht nützen. Salzburg hingegen schloss kurz darauf einen Konter perfekt ab: Mendes bediente nach Doppelpass mit Jantscher Soriano, und der ließ sich sein drittes Saisontor nicht entgehen.

Ein umstrittener Foulpfiff gegen Leitgeb an der Salzburger Strafraumgrenze brachte die Gäste aber kurz vor der Pause zurück ins Spiel: Bürger bugsierte in der ersten Minute der Nachspielzeit den Freistoß über die Mauer gefühlvoll ins rechte Eck und ließ schon bald nach Wiederbeginn erneut per Freistoß das Lattenkreuz erzittern.

Wenig später hatten die beherzt, aber bis dahin recht ungefährlich agierenden Gäste mit einem kuriosen Treffer endgültig die Wende geschafft: Eine weite Flanke von der Mittellinie brachte Höller an der Strafraumgrenze per Kopf ins Tor, Ulmer war zu spät gekommen, Walke zu weit vor dem Gehäuse postiert gewesen.

Salzburg schien in eine spielerische Schockstarre zu verfallen, brachte eine halbe Stunde lang keine gefährlichen Aktionen mehr zustande - und kam doch noch zum Sieg: Erst machte Walke eine wunderbare Chance von Farkas aus 15 Metern zunichte, fast im Gegenzug sorgte der eingewechselte Zarate mit einem Geniestreich für das 3:2.

Austria - Sturm 0:1

Die Partie vor 10.125 Zuschauern in der Generali Arena wurde von Ex- Austria- Stürmer Rubin Okotie entschieden, der 25- Jährige traf in der 25. Minute aus spitzem Winkel zum goldenen Tor für die Steirer. Beide Teams trafen durch Thomas Murg (72./Latte) bzw. David Schloffer (83./Stange) jeweils einmal Aluminium. Austria- Verteidiger Georg Margreitter sah in der 89. Minute die Gelb- Rote Karte.

Für Neo- Austria- Trainer Peter Stöger setzte es damit gleich bei der Heimpremiere die erste Niederlage. Sturms neuer Coach Peter Hyballa durfte sich hingegen nicht nur über den ersten Ligasieg freuen, sondern auch über ein eher seltenes Auswärtserfolgserlebnis der Grazer. In der vergangenen Saison hatte Sturm nur eines von 18 Partien in der Fremde gewonnen.

Die Austria tat in ihrer Heimarena mehr fürs Spiel, wurde aber ausgerechnet von einem Ex- "Veilchen" eiskalt erwischt. Jürgen Säumel luchste mit einem sauberen Tackling Tomas Jun den Ball ab, Leonhard Kaufmann bediente mit einem Lochpass Okotie und dieser ließ zunächst Kapitän Manuel Ortlechner sowie dann Tormann Heinz Lindner mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck sehr schlecht aussehen (25.). Okotie verzichtete nach seinem Treffer gegen die Austria, für die er von 2001 bis 2010 spielte, demonstrativ auf einen Jubel.

Lindner, der von Stöger und Goalie- Trainer Franz Gruber den Vorzug gegenüber Pascal Grünwald und Ivan Kardum erhielt, musste mitansehen, dass seine Vorderleute zu einfallslos agierten, um dem Ausgleich nahezukommen. Nach zwei passablen Freistößen von Alexander Gorgon (18., 31.) und einem von Roland Linz verpassten Querpass von Markus Suttner (24.) vergab Suttner bei der besten Austria- Chance aus kurzer Distanz (38.).

AG/red
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