Stockholm-Unruhen
Randalierer setzen Autos und Schulen in Brand
Es war die fünfte Krawallnacht in Folge, die Stockholm erlebte. Im Einwandererbezirk Rinkeby wurde die Feuerwehr beim Löschen angesteckter Autos von Hunderten Jugendlichen umringt. Als die Einsatzkräfte im Bezirk Soedertaelje die Randalierer am Anzünden weiterer Wagen hindern wollten, wurden sie mit Steinen angegriffen. Auch im Vorort Norsborg wurden Wagen in Brand gesetzt. In Tensta wiederum wurde eine Schule angezündet, ebenso in Kista. Die Polizeiwache in Aelvsjoe konnte laut Polizei rasch gelöscht werden.
Seit Sonntag gab es jede Nacht Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und teilweise maskierten Jugendlichen. Hintergrund der Unruhen soll der Tod eines 69-Jährigen sein, der mit einer Machete bewaffnet in der Öffentlichkeit aufgetreten war und von der Polizei erschossen wurde. Der Mann war vor den Beamten in seine Wohnung geflüchtet, wo er nach Darstellung der Polizei getötet wurde, als er die Sicherheitskräfte angriff.
"Penner, Affen, und Neger"
Weiterer Grund der Krawalle sind chronische Missstände in Stadtbezirken mit hohem Ausländeranteil. In manchen Bezirken haben bis zu 80 Prozent der Bewohner einen Migrationshintergrund. Auch das Vorgehen von Polizisten gegen die Randalierer wird für die Eskalation mitverantwortlich gemacht. Sie sollen die Jugendlichen als "Penner, Affen, und Neger" beschimpft haben.
Die Krawalle sind für Schweden ungewöhnlich - und erregen daher große Aufmerksamkeit, auch im Ausland. Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hatte am Mittwoch zur Ruhe aufgerufen und gesagt, das Anzünden des Autos eines Nachbarn sei "kein Ausdruck von Meinungsfreiheit, sondern Rowdytum". Schweden sei "ein Land, das große Gruppen von Menschen aus anderen Staaten aufnimmt, und ich bin darauf stolz".
Die Polizei warnte zugleich vor einer Überdramatisierung. "Jeder Verletzte ist eine Tragödie, und jedes angezündete Auto ist ein Versagen der Gesellschaft. Aber Stockholm brennt nicht", sagte der Vizepolizeichef der Stadt, Ulf Johansson, am Donnerstag.







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