Mega-Kundgebung
Putin vor 130.000 in Stadion: “Der Sieg wird unser sein”
Bei diesem bisher größten Wahlkampf-Auftritt warnte Putin den Westen vor einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands. "Wir haben unseren eigenen Willen. Das hat uns zu allen Zeiten zum Sieg verholfen", sagte der mit einer dunklen Winterjacke und einem grauen Rollkragen-Pullover bekleidete Politiker. "Wir sind ein Sieger-Volk, das haben wir in den Genen", rief er der jubelnden Menge zu. Putin forderte die Menschen vor der Wahl zur Einheit auf, um die Armut, Ungerechtigkeit sowie die Arroganz der Beamtenschaft und die Unmoral zu bekämpfen.
Bei eisigen Temperaturen
Zuvor waren die Putin-Fans, darunter viele Funktionäre und Beschäftigte von Staatsbetrieben, unter dem Motto "Schützt das Land" bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Richtung Luschniki-Stadion gezogen. Die Fußball-Arena fasst offiziell über 84.000 Menschen, neben den Zuschauerrängen war aber auch das Spielfeld gut gefüllt. Die Atmosphäre glich der eines Festivals. Tanzende Menschen und Träger roter Luftballons mit der Aufschrift "Für Putin" waren zu sehen.
Das Wahlkampfteam Putins will mit der Kundgebung die Aktionen der Protestbewegung in den Schatten stellen, die am Sonntag wieder gegen Putin mobil machen will. Seit der umstrittenen Parlamentswahl von Anfang Dezember protestiert die Opposition gegen die Kreml-Führung.
Zur Demonstration gezwungen?
Das regierungskritische Internetportal kasparov.ru berichtete, dass Tausende Demonstranten unter Drohungen von Gehaltskürzungen zur Teilnahme an der Pro-Putin-Aktion genötigt worden seien. Viele seien mit Bussen und Zügen nach Moskau gebracht worden. Das Team um Russlands Regierungschef Putin wies die Vorwürfe zurück. Die Polizei teilte laut der russischen Agentur RIA Novosti unterdessen mit, rund 70 Gastarbeiter aus Usbekistan festgenommen zu haben, die angeblich während der Kundgebung Provokationen durchführen wollten.
"Männertag" in Russland
Die Pro-Putin-Großveranstaltung fällt mit dem russischen Tag des "Beschützers des Vaterlandes" zusammen. Der arbeitsfreie 23. Februar wird von vielen Menschen laut RIA auch als eine Art Männertag betrachtet. Putin hatte vor seiner Rede im Stadion anlässlich des Feiertages gemeinsam mit dem amtierenden Präsidenten Dimitri Medwedew ein Soldatendenkmal besucht (letztes Bild).
Der 59-jährige Politiker will sich am 4. März zum dritten Mal zum Präsidenten wählen lassen. Er hatte das höchste Staatsamt bereits von 2000 bis 2008 inne und darf nun nach einer Pause, in der er Regierungschef war, erneut antreten.







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