Kritik am Westen

Putin: Syrische Rebellen “essen Organe der Feinde”

Ausland
17.06.2013 10:47
Russlands Präsident Wladimir Putin hat einmal mehr den Westen für die Unterstützung der syrischen Rebellen kritisiert. Nach einem Treffen mit Großbritanniens Premierminister David Cameron am Sonntag sagte Putin, syrische Rebellen "töten ihre Feinde und essen ihre Organe" - in Anspielung auf ein entsprechendes Video vom Mai. Die schweren Vorwürfe gegen die syrische Regierung, etwa den Einsatz von Chemiewaffen, sprach Putin dagegen nicht an.

"Wir liefern Waffen an die legitime Regierung Syriens und wir brechen damit kein Gesetz", verteidigte Putin am Sonntag in London die Waffenlieferungen seines Landes an Syriens Machthaber Bashar al-Assad.

"Wollen Sie diese Leute unterstützen?"
Dass die USA, Großbritannien und Frankreich Waffenlieferungen an die syrische Opposition erwägen, sieht Putin als schweren Fehler an. Als Grund führte er moralische Bedenken ins Feld: "Ich denke, Sie werden nicht bestreiten, dass man nicht die unterstützen sollte, die ihre Feinde töten und deren Organe essen", so Putin. "Wollen Sie diese Leute unterstützen? Wollen Sie diese Leute mit Waffen versorgen?"

Glaubwürdigkeit der Rebellen erschüttert
Putin spielte damit auf ein Vorkommnis von vor einem Monat an, bei dem ein angeblicher syrischer Rebell dabei gefilmt wurde, wie er Herz und Leber aus dem Körper eines toten Regierungssoldaten schnitt und davon abbiss. Das Video wurde von einer Gruppe loyaler Anhänger des syrischen Präsidenten ins Internet gestellt und erschütterte die Glaubwürdigkeit der Rebellen stark, auch wenn die syrische Opposition den barbarischen Akt verurteilte und es sich vermutlich um einen Einzelfall handelte.

Vorwürfe gegen syrische Regierung unerwähnt
Putin sagte am Sonntag, solche Taten würden den "humanitären und kulturellen Werten" Europas und Russlands widersprechen. Dass aber der syrischen Regierung ebenso schwere Verstöße gegen die Menschenrechte, wie brutale Hinrichtungen und der Einsatz von Chemiewaffen, vorgeworfen werden, scheint den russischen Präsidenten nicht zu beeindrucken. 

Cameron: Assad ein "mörderischer Diktator"
Die UNO schätzt, dass im über zweijährigen Bürgerkrieg in Syrien über 92.000 Menschen getötet wurden, Millionen sind auf der Flucht. Russland ist der wichtigste internationale Partner, der Assad und seiner Regierung geblieben ist - die Allianz besteht seit dem Kalten Krieg. Mit seiner Position hat sich Russland isoliert, so sagte etwa der britische Premier Cameron am Sonntag, Assad sei ein "mörderischer Diktator". "Er muss gehen, damit der syrische Albtraum beendet werden kann."

Ende des Krieges als gemeinsames Ziel
Cameron betonte, es gebe mit Russland "sehr große Differenzen" bei der Analyse der Lage in Syrien. Es gebe aber auch das gemeinsame Ziel, Syrien als Staat zusammenzuhalten und den Konflikt zu beenden, betonte Cameron. Putin erklärte, er erwarte vom G8-Gipfel in Nordirland Fortschritte in der Syrien-Frage.

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