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Prostituierte bekommen ¿Stichboxen¿ zur WM

Prostituierte bekommen ¿Stichboxen¿ zur WM (Bild: Ordnungsamt Köln)
Foto: Ordnungsamt Köln
„Das Runde muss ins Eckige“ ist wohl einer berühmtesten Fußballersprüche. Doch zur Fußball- WM 2006 muss voraussichtlich sehr häufig etwas ganz Anderes ganz woanders rein. Die Frage ist nur, wo das passieren kann. Die Lösung: Am Straßenstrich von Dortmund werden so genannte Verrichtungsboxen aufgestellt!

Was aussieht wie eine einfache Garage, ist in Wahrheit der Platz, wo sich Männerträume erfüllen sollen. Gemeinsamkeit mit der Garage: Die Stoßdämpfer werden heftig getestet, denn hier fahren Freier mit ihrem Wagen hinein, um bei einer Prostituierten einen Treffer zu setzen. 

Flach legen statt Ball flach halten
Die Verrichtungsboxen sollen den Straßenstrich im Zaum halten. Bis zu 40.000 Damen des horizontalen Gewerbes könnten extra zur WM nach Deutschland reisen, um den Fußballfans ihren ganz persönlichen Treffer zu gönnen. Das Großereignis werde tolle Verdienstmöglichkeiten bieten, so eine Sprecherin der Hurenorganisation "Hydra".

Und damit jeder ungestört zum Schuss kommt und die öffentliche Ordnung nicht darunter leidet, nimmt man sich der sexuellen Notdurft jetzt von städtischer Seite an. Es wird ein privater Betreiber gesucht, der auf einem Bahngelände in der Nähe des Dortmunder Straßenstrichs diese „geilen Garagen“ samt Container mit sanitären Einrichtungen aufstellt, falls die Bahn mitspielt. 

Reger Verkehr
In Köln hat man mit diesen Boxen bereits beste Erfahrungen gemacht. Hier ist es gelungen, den Straßenstrich, der sich in einer noblen Wohngegend, in der sich auch das Oberlandesgericht befindet, breit gemacht hat, zurückzudrängen.  

Die Idee stammt aus Holland: Das so genannte Ütrechter Modell wurde in Köln bereits im Oktober 2001 umgesetzt. Aus der noblen Gegend wurde der Straßenstrich auf ein 300 Meter langes Straßenstück im Norden verlagert, auf dem angrenzenden städtischen Grundstück befinden sich in einer alten Scheune acht Verrichtungsboxen, die man in Holland „Stichboxen“ nennt. Betreut wird der horizontale Tummelplatz von Polizei, Ordnungsamt und dem sozialen Dienst der katholischen Frauen. „Unser Ziel ist es, die meist süchtigen Frauen aus der Sucht und in weiterer Folge aus ihrem Job herauszuholen“, so Ordnungsamtsleiter Robert Kilp. 

Insgesamt 200 Prostituierte arbeiten im "betreuten Beischlaf", allerdings nicht alle gleichzeitig. „Manche kommen 3 Stunden pro Woche, andere 12 Stunden am Tag sieben Tage die Woche“, so ein Sprecher. Von 12 Uhr mittags bis 2 Uhr nachts pilgern Hunderte Autos über das Gelände. „Wie viele Geschäftsabschlüsse getätigt werden, haben wir nicht erhoben, die Damen sollen sich nicht beobachtet fühlen.“ 

Und: Friedlich ist es, schließlich ist die Polizei immer in der Nähe. Außerdem kann einem kein Passant, der zufälig am schaukelnden Auto vorbeikommt, zuschauen...

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