Zeigt keine Reue
Produzent von Anti-Islam-Video will ganzen Film zeigen
Nakoula, nach eigenen Angaben ein 55-jähriger koptischer Christ, der südlich von Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien lebt (Bild), habe den 14 Minuten langen Ausschnitt aus dem Film "Die Unschuld der Muslime", der den Zorn der Muslime in aller Welt erzürnt, ins Internet gestellt und überlege nun, "den ganzen Film zu veröffentlichen", sagte Nakoula.
"Herumhantiert" habe an dem Film niemand. Schauspieler hatten sich nach Bekanntwerden des Films davon distanziert und gaben an, für ein Wüstenabenteuer gecastet worden zu sein. Während des ganzen Drehs sei der Prophet Mohammed nicht vorgekommen. Ihre Sätze seien ohne ihr Wissen nachsynchronisiert worden (siehe Infobox).
Die USA hätten mit dem Film nichts zu tun. Dies sei auch das Einzige, weswegen er sich "schuldig" fühle – dass in muslimischen Ländern US-Vertretungen angegriffen werden. Der Tod des US-Botschafters, der wie drei seiner Mitarbeiter beim Sturm des US-Konsulats im libyschen Bengasi in der Nacht auf Mittwoch umkam, stimme ihn "traurig".
"Von bestimmten Personen gebeten, das Buch zu verfilmen"
Der Film über den Propheten Mohammed basiere auf einem Buch, das er 1994 veröffentlicht habe, sagte Nakoula. Er sei von "bestimmten Personen" gebeten worden, einen Film aus dem Buch zu machen, und dieser Bitte sei er nachgekommen. Er hoffe, dass die Menschen den Film in Gänze sehen, bevor sie ihn beurteilen. Sich selbst bezeichnete er als einen "arabischen Denker", der sich für islamische Themen interessiere.
Der mit kleinem Budget und in schlechter Qualität hergestellte Film stellt Muslime als unmoralisch und gewalttätig dar. Außerdem beleidigt er den Propheten und stellt ihn als Frauenheld, Gewalttäter und Kinderschänder dar. Zunächst war der Urheber unklar, weil der Film unter dem Pseudonym "Sam Bacile" herausgegeben worden war. Allerdings führte eine Handynummer, unter der "Sam Bacile" US-Medien Interviews gab, zu Nakoulas Haus im Ort Cerritos südlich von Los Angeles.
Verstoß gegen die Bewährungsauflagen?
Nakoula hatte sich bereits in seiner - zum Teil kriminellen - Vergangenheit verschiedener Decknamen bedient. Die "New York Times" bezeichnet Nakoula als "zwielichtigen Tankstellenbesitzer mit einer Geschichte von Festnahmen und geschäftlichen Pleiten. Laut dem Magazin "Time" war er unter anderem wegen Bankbetrugs im Jahr 2010 zu einer Haftstrafe von 21 Monaten verurteilt, aber bereits ein Jahr nach seiner Verurteilung aus der Haft entlassen worden.
Bei dem Prozess sei ihm auch für fünf Jahre der Zugang zum Internet verboten worden – sowie seinen Namen zu ändern. Nun überprüft die Bewährungsaufsicht den Fall, sagte eine Gerichtssprecherin am Freitag.







Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.