Der Reihe nach: Im Steuerparadies Luxemburg gibt es einen "privaten Vorsorgeverein" der EU- Parlamentarier. Er ist allerdings alles andere als "privat", weil zwei Drittel (!) der Beiträge vom EU- Parlament gezahlt werden. Zum Vergleich: In Österreich ist der staatliche Prämienzuschuss so gut wie gar nicht der Rede wert.
Der Luxemburger Geheimfonds hat sich an den Börsen kräftig verspekuliert. Die Löcher sind schon mehrmals – sehr diskret – mit EU- Geldern gestopft worden, aber jetzt geht es um eine zweistellige Millionenhöhe.
Übrigens: Im EU- Parlament Pensionist zu werden, ist ganz leicht: Du zahlst fünf Jahre, also eine Legislaturperiode lang, monatlich 1.000 Euro ein und bekommst bis an dein Lebensende 1.400 Euro.
Der EU- Privilegienstadl wird jetzt allerdings so kurz vor der EU- Parlamentswahl immer mehr Betroffenen peinlich und soll aus der Welt geschafft werden, zumal jeder EU- Parlamentarier auch zu Hause national abgesichert ist. SPD- Fraktionsvorsitzender Martin Schulz donnert: „Man hat uns nicht informiert, in welcher Form man mit dem Geld des Fonds spekuliert hat.“
Jedenfalls wird die Selbstbedienung in Sachen Altersvorsorge bei den Wählern zum EU- Parlament schlecht ankommen.
Von Kurz Seinitz, Kronen Zeitung