Porno- Industrie zittert vor Aids

18.09.2004, 14:39
Porno-Industrie zittert vor Aids
Sechs Monate nach der Aids- Infektion von vier amerikanischen Pornodarstellern müssen zwei Produktionsfirmen eine Geldstrafe wegen ungeschütztem Sex bezahlen. Wie die "Los Angeles Times" berichtet, verhängte eine staatliche Aufsichtsbehörde Strafen in Höhe von mehr als 30.000 Dollar (rund 25.000 Euro).
Zum ersten Mal wurde damit in Kalifornien das Drehen von Pornofilmen ohne Benutzung von Kondomen bestraft. Ein Sex- Akteur hatte die Behörden über den fehlenden Schutz am Arbeitsplatz informiert. Nach kalifornischem Gesetz müssen Arbeitgeber ihre Angestellten vor dem Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten schützen.
 
Das Bekanntwerden der Infektion von Porno- Stars mit dem tödlichen Virus hatte im Frühjahr in der Sexfilmbranche eine Schockwelle ausgelöst. Die Pornostudios im San Fernando Valley bei Los Angeles, die mehr als 1200 Sexdarsteller beschäftigen, hatten danach eine zweimonatige Drehpause eingelegt, um in dieser Zeit alle Akteure zu testen. Nach Angaben einer Klinik für Sexschauspieler benutzen nur 17 Prozent der Pornodarsteller in den USA beim Dreh Kondome. Die Produzenten würden "Non- Condom"- Drehs vorziehen, weil das von den Zuschauern so gewünscht werde, heißt es in der Branche.
 
Wer auf "Safe Sex" vor der Kamera besteht, würde nicht so leicht eine Rolle bekommen, berichten viele Akteure. Darsteller Tony Tedeschi begrüßte die Bußgeldauflage für die Produktionsfirmen. Während seiner 15- jährigen Karriere habe er selten Kondome benutzt, um seinen Job nicht zu verlieren, offenbarte er der Zeitung. "Es ist endlich an der Zeit, dass die Behörden etwas dagegen unternehmen."
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