In der bisher größten Rettungsaktion in der Geschichte der Vereinigten Staaten hatte die US- Armee innerhalb eines Tages Zehntausende obdachlos gewordene Menschen mit Flugzeugen, Helikoptern, Bussen und Bahnen aus New Orleans in Sicherheit gebracht. Die beiden größten Notunterkünfte, der Superdome und das Convention Center, sind nach US- Medienberichten komplett geräumt. Vor den Absperrungen trafen allerdings auch am Wochenende weiterhin Hilfesuchende ein.
In New Orleans durchkämmten Hilfskräfte am Sonntag parallel zu weiteren Rettungseinsätzen die überfluteten Straßen und Häuser nach Leichen. In der weithin verwüsteten Südstaatenmetropole strömte bestialischer Verwesungsgeruch aus vielen Gebäuden. US- Gesundheitsminister Leavitt warnte die verbliebenen Einwohner vor Krankheiten, Seuchen und dem besonders lebensgefährlichen West- Nil- Virus. Die Einsatzkräfte kündigten Haus- zu- Haus- Durchsuchungen an, um die verbliebenen Einwohner notfalls unter Zwang aus der Stadt zu bringen.
Bei der Suche nach den vermissten Österreichern ist man indes einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Gleich zehn Personen wurden am Sonntag gefunden, acht von ihnen evakuierte ein Suchteam. Das Schicksal von elf weiteren Österreichern ist jedoch nach wie vor ungewiss, teilte Generalkonsul Krämer mit (siehe Infobox).
Unterdessen lief auch die Hilfe aus dem Ausland an. Nach der Ankündigung der USA, internationale Hilfe für die Katastrophenregion anzunehmen, haben bisher rund 55 Staaten ihre Unterstützung zugesagt. Selbst der Iran und Kuba haben Hilfe angeboten. Aus Österreich gibt es ein Hilfsangebot des Bundesheeres.
Indes hat die Polizei auf einer Brücke in New Orleans acht bewaffnete Personen niedergeschossen, sechs und ihnen wurden dabei getötet.
Wir können nicht alle retten
Der Absturz eines privaten Hubschraubers in New Orleans verlief nach Angaben der Behörden glimpflich. Die beiden Besatzungsmitglieder hätten bei dem Absturz rund sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt lediglich Schürf- und Schnittwunden erlitten, teilte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde von Louisiana mit.
Mindestens zwei Polizisten haben im Chaos des Flüchtlingsdramas von New Orleans Selbstmord begangen. Das berichteten US- Medien am Sonntag. Einer der Männer habe durch den Hurrikan "Katrina" und die anschließende Flut sein gesamtes Hab und Gut verloren und seine Familie nicht finden können, schrieb die "New York Times" unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Über den zweiten machte die Polizei keine Angaben.
In den nicht unmittelbar vom Hurrikan "Katrina" betroffenen Staaten wächst inzwischen die Sorge, wie die mehr als 500.000 obdachlos gewordenen Menschen versorgt werden können. Allein in Texas trafen mehr als 230.000 Flüchtlinge ein. Gouverneur Perry ordnete daher ein, einen Teil der Bedürftigen in andere Staaten auszufliegen. In New Mexico trafen 6.000, in Arizona 2.000 Betroffene ein.