Tusk vs. Opposition
Polen: Unfalltod von Speedway-Fan wird zum Politikum
"Die Pseudo-Fans sind so dreist, weil einige Politiker sie als Patrioten bezeichnen", sagte Donald Tusk von der rechtsliberalen "Bürgerplattform" (PO) bei einer Pressekonferenz. Damit wandte er sich an die PiS, die in der Vergangenheit Einsätze der Polizei gegen Sportfans als übertrieben und populistisch kritisiert hatte. Tusk bezeichnete diejenigen Fans als "Banditen", die nach dem Verkehrsunfall gegen die Polizei vorgingen. Bei den Kämpfen wurden unter anderem zwei junge Polizistinnen schwer am Kopf verletzt. "Beide waren herausragende Beamte", sagte der Regierungschef.
Polizei: Fahrer hatte keine Schuld an Unfall
Nach Darstellung der Polizei hatte der Fahrer des Autos keine Schuld an dem Unfall, der zum Tod des 23-Jährigen führte. Dieser sei hinter einem anderen Auto hervor auf die Straße gelaufen. Die Polizei gibt an, ihre Beamten hätten Erste Hilfe bei dem Verletzten leisten wollen, seien daran aber von anderen Fans gehindert worden.
Auch Regierungssprecher Pawel Gras gibt der Opposition eine indirekte Verantwortung für die Ereignisse in Zielona Gora. "Es gibt in diesem Land Politiker, die sich für so schlau und gerissen halten, dass sie diese Pseudo-Fans und ihre Kritik an der Regierung für sich ausnutzen können", erklärte Gras dem Radiosender RMF FM.
Vertreter der PiS weisen diese Anschuldigung zurück. Vielmehr missbrauche die PO durch solche Vorwürfe die Gewalt der Fußballfans für ihre Ziele, erklärte der Fraktionsvorsitzende Mariusz Blaszczak gegenüber Radio TOK FM.
Experte warnt vor Eskalation
Nach Ansicht von Experten werden die Ereignisse in Zielona Gora die Atmosphäre unter den Sportfans weiter anheizen. "Zigtausende wird die Version, dass der Fan durch einen Unfall gestorben ist, nicht überzeugen", erklärte der Politologe Rafal Chwedoruk. "Die Bürger werden kein Vertrauen haben, dass die Institutionen, die den Fall untersuchen, dabei objektiv vorgehen."







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