Pfingstfeier in Rom

Papst Franziskus: “Religionsfreiheit für alle”

Ausland
19.05.2013 08:51
Papst Franziskus hat am Samstagabend bei den Pfingstfeierlichkeiten in Rom vor mehr als 200.000 meist jungen Katholiken aus mehr als 50 Ländern auf dem Petersplatz daran erinnert, dass jeder Mensch Abbild und Kind Gottes sei. Der Einsatz für Religionsfreiheit müsse allen gelten, nicht allein den verfolgten Christen, "weil alle Kinder Gottes sind".

Papst Franziskus hielt die Pfingstvigil auf dem Peterplatz. An dem Glaubensfest im Rahmen des "Jahres des Glaubens" nahmen nach Angaben von Kathpress Vertreter von 150 Gruppierungen aus aller Welt teil.

In seiner improvisierten Ansprache rief Franziskus die Teilnehmer zu Mut und Geduld bei der Weitergabe des Glaubens, aber auch zu einer neuen "Kultur der Begegnung" auf. Die herrschende "Kultur der Trennung, der Fragmentierung und des Konflikts" solle überwunden werden. Kirche und Christen dürften sich nicht in ihren Gemeinden, in ihren Bewegungen oder im Freundeskreis verschließen. Sie müssten das Evangelium vielmehr konsequent leben und bezeugen.

Die heutige Krise in der Welt sei nicht nur eine Wirtschafts- und Finanzkrise, sondern vor allem eine Krise des Menschen, dessen Interessen nicht genügend geachtet würden. Wenn es den Banken heute schlecht ginge oder Kurse abstürzten, gelte das als Tragödie. Wenn jedoch Kinder hungerten oder Arbeiter tödlich verunglückten, beunruhige das nicht. Eine "arme Kirche für die Armen" trete einer solchen Mentalität entgegen, unterstrich der Papst. Zugleich hob Franziskus hervor, dass die Kirche keine politische Gruppierung und keine NGO sei, und auch nicht nur auf Effizienz ausgerichtet sei.

"Wir müssen Religionsfreiheit für alle verteidigen"
In seiner Antwort auf vier Fragen von Teilnehmern rief der Papst dazu auf, den christlichen Glauben mit Mut und Geduld zu verkündigen. Heute gebe es mehr Märtyrer als in den ersten christlichen Jahrhunderten. Aber Martyrium sei nie ein Scheitern, sondern die höchste Weise des christlichen Zeugnisses.

Der Papst räumte ein, dass Religion mitunter für politische und soziale Belange missbraucht werde. "Aber der Christ muss auf Böses mit Gutem antworten". Mit Nachdruck rief der Papst zum Gebet für die verfolgten und leidenden Christen auf. "Wir müssen Religionsfreiheit für alle verteidigen", sagte er.

Christliche Minderheit in Pakistan verfolgt
Zuvor hatte Paul Batthi, Bruder des 2011 in Pakistan ermordeten Minderheiten-Minister Shabbaz Bhatti, über die schwierige Situation der Christen in seinem Land berichtet (letztes Bild). Die arme christliche Minderheit werde oft verfolgt und sei infolge des Blasphemie-Gesetzes immer wieder Gewalt ausgesetzt. Dabei wollten die Christen in Einheit und in Frieden mit ihren muslimischen Brüdern zusammenleben, versicherte Bhatti.

Nach dem Tod seines Bruders, der sich für Harmonie und Gerechtigkeit in seinem Land eingesetzt habe, habe es jedoch Solidaritätsbekundungen gegeben, die den Christen Mut machten. Und Mut und Hoffnung wünsche er sich auch für die Zukunft seiner Glaubensbrüder durch das Gebet und die Solidarität des Papstes und der Kirche, so Paul Bhatti.

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