Der 28 Jahre alte Kouemaha erklärte in der SWR-Sportsendung "Flutlicht" weiter: "Ich habe ihn angerufen. Weil wir nicht viel reden konnten, habe ich ihm die Botschaft gesendet: Halte durch und es tut mir leid." Prödl erwies sich als fairer Sportsmann und versicherte in seiner Antwort, dass er niemandem böse sei und dass so ein unglücklicher Tritt auch ihm selber hätte passieren können.
Zuvor hat sich der Steirer bereits über seine Homepage zu Wort gemeldet. Dort schrieb er unter anderem: "Es geht mir - ehrlich gesagt - dreckig. Die Ärzte haben festgestellt, dass ich mir Nasenbein und Kiefer gebrochen habe, das Jochbein ist auch betroffen, dazu kommt noch eine Gehirnerschütterung." Er zeigte sich aber auch optimistisch, "bald wieder zu alter Stärke" zurückzufinden, und bedankte sich für die Unterstützung durch Familie, Freunde und Fans.
Elfmeterpfiff blieb aus
Der Tritt blieb von Schiedsrichter Robert Hartmann aber ungeahndet. Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs ließ nach dem Spiel seiner Wut über den ausgebliebenen Referee-Pfiff freien Lauf. "Es ist traurig, dass Sebastian so schwer verletzt ist. Traurig bin ich aber auch darüber, dass eine solche Aktion nicht geahndet wird. Es ist für mich unverständlich, dass weder der Schiedsrichter noch sein Assistent das als elfmeterwürdig ansieht. Es geschehen schon seltsame Dinge."
Harte Kritik am Schiedsrichter
Schon zur Pause hatte Allofs dem Unparteiischen seinen Unmut kundgetan. "Wir haben in der Halbzeit darüber gesprochen. Er hat mir gesagt, er hätte es nicht gesehen. Aber dafür hat man dann einen Assistenten. Die zeigen sonst ja auch alle möglichen Dinge an. Es gab drei Leute im Stadion, die es nicht gesehen haben. Und die, die am Bierstand waren", sagte Allofs.
Auch Trainer Thomas Schaaf ärgerte sich über Hartmann. "Es ist mir unverständlich, wie man so etwas nicht sehen kann", schimpfte der Coach. Auch die Bremer Profis waren angefressen. "Dem Schiedsrichter hat vielleicht die Unterstützung von der Linie gefehlt. Der Assistent muss das gesehen haben", erklärte Kapitän Clemens Fritz. Und Goalie Tim Wiese meinte: "Der Fuß war so hoch, das habe sogar ich gesehen."
Prödls Ausfall zwingt Werder dazu, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. "Ich denke schon, dass wir uns jetzt Gedanken machen müssen", sagte Allofs. Denn mit Andreas Wolf steht ein anderer Innenverteidiger vor dem Absprung zum AS Monaco.
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