Micky in Pjöngjang
Nordkorea: Kim lässt die Disney-Puppen tanzen
Die wohl einzigartige Show, bei der als Disney-Figuren verkleidete Darsteller am Freitag zusammen mit Musikern auf der Bühne standen (erstes Bild), wurde vom staatlichen Fernsehen landesweit ausgestrahlt. Es war das erste dokumentierte Ereignis, bei dem Charaktere der Populärkultur aus dem Westen einen öffentlichen Auftritt in Nordkorea hatten. Offiziell autorisiert wurde der Auftritt von Micky, Minnie, Winnie, Tigger und Co. jedoch von Disney nicht, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press betonte.
Machthaber kündigt kulturelle Wende an
Das Konzert galt als Premiere für die Band "Moranbong", die laut Angaben der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA, von niemand Geringerem als Kim Jong Un selbst zusammengestellt wurde. Der junge Machthaber, der seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember des Vorjahres an der Macht ist, verfolge demnach einen "grandiosen Plan, um in diesem Jahr eine dramatische Wende im Bereich der Literatur und Kunst heraufzubeschwören", hieß es in einem Bericht der Staatsmedien.
Nordkoreanische Unterhaltung ist traditionell durch nationalistische und volkstümliche Lieder sowie Massenauftritte geprägt. Doch in den letzten Jahren seien Kinder in dem isoliertem Land durch Importe aus China zunehmend mit den Kulturgütern des Westens vertraut geworden, berichtete der britische Nachrichtensender BBC.
Rätselraten um Frau an Seite Kims
Doch nicht nur der Auftritt der Disney-Stars beschäftigt derzeit internationale Medien. Eine junge Frau an der Seite Kims sorgt bei Experten im Ausland für Rätselraten. Die Frau war bei dem Konzert am Freitag in Pjöngjang (zweites Bild) und am Sonntag bei einer Gedenkzeremonie für Kims 1994 verstorbenen Großvater Kim Il Sung (drittes Bild) neben dem Staatschef gesessen.
Südkoreanische Zeitungen mutmaßten am Montag, bei der Frau könne es sich um Kim Jong Uns jüngere Schwester Yo Jong oder aber um eine Geliebte handeln. Die Zeitung "JoongAng Ilbo" berichtete, bei der Frau handle es sich um die in Nordkorea berühmte Sängerin Hyon Song Wol, die eine Geliebte des Machthabers sein könnte. Beide würden sich seit Jugendtagen kennen, in nordkoreanischen Führungskreisen werde über eine Affäre der beiden spekuliert, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen südkoreanischen Geheimdienstmitarbeiter.
Seltene Aufritte der First Ladys in der Öffentlichkeit
Yang Moo Jin von der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul hält die These, dass die mysteriöse Frau eine Geliebte Kim Jong Uns sein könnte, indessen für wenig wahrscheinlich. Die First Ladys Nordkoreas würden demnach für gewöhnlich so gut wie nie öffentlich auftreten.







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