Wie der 18-jährige Arbeiter im Zuge der Einvernahmen Mittwochnachmittag gestand, hatte er in betrunkenem Zustand gezündelt - und auch Brandbeschleuniger verwendet -, um seinen Freunden zu imponieren und von ihnen akzeptiert zu werden. Beim ersten Versuch konnte er das Feuer in einem Kellerabteil des Wohnhauses in Kapfenberg (Bezirk Bruck/Mur) noch löschen, beim zweiten Mal geriet der Brand aber außer Kontrolle.
Der junge Mann war schon aufgefallen, als die Einsatzkräfte am Dienstag gegen Mitternacht zum Brandort gekommen waren: Der Bursche randalierte und wollte immer wieder in das Mehrparteienhaus. Als die Polizei eintraf, versetzte er einem Beamten auch noch einen Schlag gegen die Brust. Dann klickten für ihn die Handschellen.
Wie sich herausstellte, hatte der mit 1,6 Promille erheblich Alkoholisierte auch die Feuerwehr gerufen, allerdings zunächst eine falsche Adresse genannt. Erst nach mehrmaligem Nachtelefonieren und durch den Notruf einer weiteren Person gelangten die Einsatzkräfte schließlich zum richtigen Mehrparteienhaus.
Bewohner mittels Leitern von Balkonen gerettet
Die anderen Hausparteien wurden durch die "Mutprobe" akut gefährdet: Mehrere Bewohner flüchteten vor dem Rauch auf die Balkone und mussten von der Feuerwehr mit Streckleitern gerettet werden. Sechs Mieter wurden mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Sie konnten nach ambulanter Versorgung wieder entlassen werden.
Insgesamt 86 Helfer von der Feuerwehr waren mit 16 Fahrzeugen im Einsatz. Das Rote Kreuz rückte mit 17 Rettern an, die Polizei war mit acht Beamten im Einsatz. Das Haus musste aber vom Stadtbauamt aufgrund von Brandablagerungen wegen Gesundheitsgefährdung gesperrt werden.
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