Zutritt verweigert

Mubarak nimmt gerichtliche Vorladung nicht an

Ausland
04.04.2011 11:53
Der gestürzte ägyptische Präsident Hosni Mubarak weigert sich, gerichtliche Vorladungen entgegenzunehmen. Ein Vertreter des Gerichtes in Sharm el-Sheikh auf der Sinai-Halbinsel wurde am Tor der luxuriösen Präsidentenvilla von den Wachtposten abgewimmelt, als er eine Vorladung überbringen wollte. Das berichtete die Kairoer Tageszeitung "Al-Masry Al-Youm" am Montag.

Mubarak hatte sich nach seinem Rücktritt am 11. Februar mit seiner Familie in die Villa zurückgezogen. Das Verwaltungsgericht will Mubarak in einer dringlichen Sitzung zu Vorwürfen der Korruption, der Veruntreuung öffentlicher Gelder und der Fälschung von Wahlen anhören.

Entsprechende Klagen hatte der Rechtsanwalt Ibrahim Ali eingebracht. Mubarak befindet sich in Sharm el-Sheikh nach Angaben des regierenden Militärrates unter Hausarrest. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Reiseverbot für ihn und seine Familie verhängt sowie ihre Konten eingefroren. Zugleich werden Mubarak Medienberichten zufolge an seinem Aufenthaltsort die selben Vergünstigungen gewährt wie einem aktiven Staatsoberhaupt. Dazu zählten die Nutzung der Präsidentenvilla und Personenschutz durch die Präsidentengarde.

Am Wochenende hatte es Gerüchte gegeben, Mubarak habe Sharm el-Sheikh verlassen, um zu einer Krankenhausbehandlung nach Deutschland zu kommen. Offizielle Kreise in Kairo dementierten allerdings bereits am Sonntag einen entsprechenden Bericht des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazeera.

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