Von 45 Mäusen an Bord habe mehr als die Hälfte die Reise ins All nicht überstanden, sagte Wladimir Sytschow von der russischen Akademie der Wissenschaften nach der Rückkehr der Kapsel. Auch alle acht Wüstenrennmäuse sowie 15 Molche seien gestorben - sei es, weil Geräte an Bord der Kapsel versagt hätten, oder wegen des Stresses durch die Reise ins All. Mit an Bord waren auch Schlangen, Buntbarsche, einige Pflanzen sowie Mikroflora.
Der Mini-Zoo war am 19. April mit einer Sojus-Trägerrakete ins All gebracht worden. Schon vor dem Start starben zwei Mäuse an Krämpfen. Sie wurden kurzfristig ausgetauscht. Die Tiere an Bord von Bion-M wurden in fünf Spezialcontainern gehalten, die sich nach Erreichen des Orbits in 575 Kilometern Höhe automatisch öffneten und kurz vor der Rückkehr auf die Erde wieder schlossen.
"Das erste Mal, dass Tiere so lange allein im Weltraum waren"
"Es ist das erste Mal, dass Tiere so lange allein im Weltraum waren", sagte Sytschow. "Wegen Geräteausfällen haben wir leider alle Wüstenrennmäuse verloren", so der Forscher. Dass viele der kleinen Lebewesen sterben würden, hätten die Wissenschaftler aber erwartet.
Die russische Raumfahrtbehörde wollte mit dem Experiment vor allem die langfristige Auswirkung von Schwerelosigkeit und kosmischer Strahlung auf Organismen testen - insbesondere auf das Skelett, das Nervensystem sowie Muskeln und Herz. Die Experimente würden nun im Moskauer Institut für medizinisch-biologische Probleme ausgewertet, wie der leitende wissenschaftliche Mitarbeiter Jewgeni Ilin sagte. Auch Biologen aus Deutschland, den USA und Frankreich sind im internationalen Team tätig.
Russland hofft auf Erkenntnisse für bemannte Mars-Mission
Mit Aufschlüssen über den Zustand der Tiere rechnet Ilin schon in wenigen Tagen. Die Untersuchungen dazu, wie sich Schwerelosigkeit auf Gene auswirkt, dürften aber Monate dauern. Langfristiges Ziel Russlands ist es, ab 2030 eine Basis auf dem Mond zu errichten. Von dort aus sollen dann Kosmonauten auf die monatelange Reise zum Mars geschickt werden.
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