Nach Militärputsch

Malis Präsident Toure tritt offiziell zurück

Ausland
08.04.2012 20:28
Malis Präsident Amadou Toumani Toure (im Bild) ist am Sonntag offiziell zurückgetreten. Das teilte der Mali-Beauftragte der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, Burkina Fasos Außenminister Djibrill Bassole, nach einem Treffen mit Toure in der Hauptstadt Bamako mit.

Eine Militärjunta hatte Ende März gegen Toure geputscht und ihn entmachtet. Am Freitag schlossen die Putschisten mit dem ECOWAS-Chefunterhändler Bassole ein Rahmenabkommen zur Übergabe der Macht an eine Zivilregierung nach Toures Rücktritt (siehe Infobox).

Das Abkommen sieht u.a. die Ernennung des bisherigen Parlamentspräsidenten zum Übergangspräsidenten vor. Dieser soll gemeinsam mit der von ihm zu bildenden Übergangsregierung Präsidentschafts- und Parlamentswahlen organisieren. Im Gegenzug sollen die Putschisten der Junta amnestiert und die gegen sie verhängten ECOWAS-Sanktionen aufgehoben werden.

Am 22. März von Militärjunta abgesetzt
Eine Gruppe von Offizieren unter Führung von Amadou Sanogo hatte am 22. März in Bamako die Macht übernommen. Sie warfen der Regierung vor, nicht ausreichende Maßnahmen zur Bekämpfung der Tuareg-Rebellion im Norden des Landes zu treffen.

Aufgrund des Machtvakuums nach dem Putsch gelang es den Tuareg und den mit ihnen verbündeten Islamisten aber, innerhalb weniger Tage weite Teil des Nordens unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Freitag riefen die Tuareg-Rebellen der Nationalen Befreiungsbewegung von Azawad einseitig die Unabhängigkeit des Nordens aus (siehe Video in der Infobox).

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