Kurz vor der Explosion hatte der Täter "Raus aus Afghanistan!" gerufen und damit gegen die italienische Beteiligung an der internationalen ISAF- Mission in dem zentralasiatischen Land protestieren wollen, so die Ermittler.
Die Kaserne wurde nur geringfügig beschädigt, Polizei und Carabinieri waren mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Der Mann hatte sich dem Wachposten der Kaserne genähert und dann den in einer Werkzeugschachtel versteckten Sprengsatz gezündet. Der Libyer lebt seit mehreren Jahren in Italien mit einer Frau zusammen, mit der er drei Kinder hat. Die Frau wird zurzeit befragt.
Die Mailänder Kaserne zählte auch zu den Attentatszielen zweier mutmaßlicher marokkanischer Terroristen, die im Dezember 2008 mit dem Vorwurf festgenommen wurden, Anschläge in der lombardischen Metropole zu planen. Arbeitsminister Maurizio Sacconi betonte, dass der italienische Staat den Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus verschärfen wolle.
Islamische Gemeinschaften in Italien verurteilten den Anschlag. Die rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord wiederum warnte vor zu vielen fundamentalistischen Gruppen in den italienischen Städten. "Sie müssen identifiziert und aus dem Land ausgewiesen werden. Der Anschlag in Mailand ist ein dramatisches Signal, das eine gefährliche Realität bezeugt. Es gibt viele islamische Gruppen in Italien, die zu Anschlägen bereit sind", warnte der EU- Parlamentarier der Lega Nord, Mario Borghezio.