Egger verlangte den Stopp von Beschneidungen an Kindern, da es sich um einen "massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte" und einen unnötigen medizinischen Eingriff handle. Als Erwachsene könnten sie dann selbst entscheiden, ob sie eine Beschneidung wollten.
"Wegweisendes Urteil" in Köln
Laut Wallner handelt es sich bei einem kürzlich in Köln erfolgten Richterspruch, wonach die Beschneidung von Buben aus religiösen Gründen als Körperverletzung strafbar sei (siehe Infobox), um ein "wegweisendes Urteil" aus Deutschland. Aus heutiger Sicht sei der Ärzteschaft durchaus anzuraten, auf Beschneidungen aus religiösen Gründen zu verzichten, solange die Rechtslage nicht eindeutig geklärt sei, so der Landeshauptmann.
Bisher keine klare Regelung
In Österreich gebe es laut Wallner bisher keine Regelung, es gebe aber Beratungen im Justiz- und im Gesundheitsministerium, eine solche zu schaffen. Vertreter des Justizministeriums hatten kürzlich eingeräumt, dass es keine klare Regelung diesbezüglich in Österreich gebe, dass aber "von einer Straflosigkeit ausgegangen wird".
SPÖ: "Kein Änderungsbedarf"
SPÖ-Gesundheitssprecherin Gabi Sprickler-Falschlunger warf Wallner daraufhin "Populismus" vor und forderte ihn dazu auf, "seine Aktion rückgängig zu machen". "Es gibt keinen Änderungsbedarf", hielt sie fest. Sie glaube, Wallner hätte größere Hemmungen gehabt, gäbe es in Vorarlberg eine größere jüdische Gemeinde. Die bis dato gehandhabte Praxis habe gut funktioniert, ein Verbot bedeute eine schlechtere medizinische Behandlung für die betroffenen Kinder.
Zudem habe das Kölner Urteil laut der Gesundheitssprecherin keinen Einfluss auf den Rest Deutschlands. "Warum nun ein derartiger Aufschrei stattfindet, ist mir schleierhaft. Denn CDU, FDP und SPD haben sich bereits klar dafür ausgesprochen, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig sein müsse", so Sprickler-Falschlunger.
Da in den Storypostings keine sinnvolle Diskussion mehr stattgefunden hat und gegen die Netiquette verstoßende Postings überhandgenommen haben, sehen wir uns gezwungen, das Forum bis auf Weiteres zu deaktivieren.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.