In der Resolution wird weiter gegen die Kabarettisten Christoph Grissemann und Dirk Stermann Stimmung gemacht und vom ORF gefordert, "geschmacklose Auftritte" der beiden zu untersagen. Verlangt wird unter anderem auch, "dem Kärntner Volk ein Recht auf seine Tradition, seine Kultur und seine Sitten zu geben".
Ausdrücklich ausgenommen von der Kritik wird der ORF Kärnten. Dieser habe "die Trauer in Kärnten mitgetragen und sehr andachtsvoll transportiert". Daher wird auch gleich gefordert, "dafür Sorge zu tragen, das ORF Landesstudio Kärnten mitsamt seiner Mitarbeiter in vollem Umfang zu erhalten". Die Angst um das Landesstudio kommt nicht von ungefähr: Der ORF fährt heuer ein Minus von gut 100 Millionen Euro ein.
Die Tatsache, dass die SPÖ- Regierungsmitglieder die Resolution nicht mittragen wollten, bewertete der neu gewählte Kärntner BZÖ- Obmann Uwe Scheuch als "skandalöse Entgleisung". SPÖ- Chef Rohr stelle die Parteipolitik vor die Interessen des Landes, entrüstete sich Scheuch. Der ORF reagiert auf die Empörung in gewohnter Manier gelassen: "Zu polemischen Zurufen mit Pauschalverurteilungen von außen nehmen wir keine Stellung", so ORF- Kommunikationschef Pius Strobl. "Beruhigend für uns ist, dass die einen uns für die Berichterstattungen im gegenständlichen Fall kritisieren, die anderen in höchsten Tönen loben. Das ergibt für uns ein durchaus zufriedenstellendes Gesamtbild", sagte Strobl.