Der Mann hatte sich erfolgreich mit Butangas,
das wie ein Narkosemittel wirkt, betäubt. Dann dürfte
er Hunger bekommen haben, und dabei fiel ihm die übermäßige
Anzahl seiner eigenen Zehen auf:
"Ich hab´ eh so viele!", soll der sichtlich
gut gelaunte Mann im Delirium den zur Hilfe gerufenen Sanitätern
gesagt haben. "Da kommt es auf eine mehr oder weniger auch nicht
mehr an!"
Mit einer Hacke amputierte er seine linke große
Zehe. Damit nicht genug, nahm der Umnachtete eine Pfanne, um sich
sein Mahl schmackhaft zu braten. Die Sanitäter fanden nur
mehr Reste seiner Zehe, den größten Teil hatte der
Mann bereits genüsslich gegessen.
Dass Butangas eine stimmungsaufhellende Wirkung
haben soll, ist bekannt: "Zunächst euphorisiert es den Menschen
und versetzt ihn in einen Rauschzustand. Aber wenn man zuviel
davon einatmet, wirkt es einschläfernd", erklärt der
deutsche Toxikologe Wolfgang Pfau von der Universitätsklinik
Hamburg. Der Stoff dringe rasch in die Zellen der Lunge ein und
verteile sich über die Blutbahnen im ganzen Körper.
"Zu einer merklichen Wirkung kommt es dann im Gehirn", sagt Pfau.
Das Gas lagert sich in die Hirnzellen ein, die daraufhin teilweise
ausfallen. Muskelspannung, Atmung und Bewusstsein können
ganz oder teilweise zum Stillstand kommen. Folgeschäden können
bleibende Sprachstörungen, körperliche Behinderungen
oder Gedächtnisverlust sein.