Geschockte Helfer berichteten vom Inneren des Gotteshauses. Es sieht aus "wie auf einem Schlachtfeld". Sämtliche Messgeräte seien zerstört, überall sei viel Blut zu sehen.
Unterhalb der Pelzgasse/Goldschlagstraße hatten sich mehrere Personen versammelt, die teilweise im Tempel waren, darunter zahlreiche Männer mit blutverschmierten Messgewändern, die über verletzte Familienangehörige berichteten.
"Es sind plötzlich Schüsse gefallen, und ich bin rausgelaufen", erzählte ein junger Mann mit blutverschmierter weißer Hose. "Ich war draußen, als es passiert ist und habe nur die Schüsse gehört", so der 21- jährige Ricky. "Ein Kollege hat einen der Täter festgehalten, er war auch verletzt, und ich habe ihm geholfen. Drinnen waren sehr viele Leute verletzt, mein Onkel ist von einem Messer getroffen worden, auf der linken Bauchseite. Ein anderer Mann wurde im Auge getroffen. Auch die zwei Priester wurden getroffen."
Das bestätigte auch Kumar B., Vizepräsident des Tempels, dessen Bruder schwer verletzt wurde. Zwei Schüsse hätten die Hohenpriester getroffen. Der Obmann der Kirche in Donaustadt habe ihn gewarnt, dass es zu einem Gewaltakt kommen könnte. Dies sei der Polizei gemeldet worden, die aber keine Sicherheitsmaßnahmen ergriffen habe. Laut B. war von den Gläubigen im 22. Bezirk der Besuch aus Indien nicht erwünscht. Davor sei er gewarnt worden.
Auf der anderen Seite der Pelzgasse, bei der Märzstraße, standen die Gläubigen schweigend und fassungslos. Die Männer waren zumeist in weiß gekleidet, mit ebensolchen Kopftüchern mit Symbolen geschmückt, die Frauen und einige Mädchen trugen farbenprächtige Saris. Nur wenige verbreiteten leise per Handy die Kunde vom Angriff der Sikh. Von Emotionen war in den dunklen Gesichtern mit den weit aufgerissenen Augen kaum etwas zu erkennen, zu sehr stehen die Menschen unter Schock.
Auch Jasuf K. wusste von Drohungen, über die man auch die Exekutive informiert habe. Es habe Probleme mit dem Sikh aus Meidling und der Donaustadt gegeben, berichtete der Mann. Die verschiedenen Kasten würden zu verschiedenen Göttern beten und das Gebetshaus in der Pelzgasse sei für die anderen ein Dorn im Auge gewesen.