Fische mit großer Schwimmblase hören besser

08.08.2012, 15:19
Fische mit großer Schwimmblase hören besser (Bild:  (Bild: Uni Wien/Friedrich Ladich))
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Die Schwimmblase verleiht Knochenfischen nicht nur Auftrieb, sie hilft ihnen auch beim Hören. Das haben Forscher der Universität Wien herausgefunden. Dazu haben manche Fische Fortsätze an der Schwimmblase, die bis zum Innenohr reichen. Der vorderste Teil der Schwimmblasenwand dient dabei als "Trommelfell".

Die Forscher untersuchten bei vier Buntbarscharten die Formen und Größen der Schwimmblasen aus Afrika und Asien. Barsche aus ruhigeren und stehenden Gewässern besitzen größere Schwimmblasen, teilweise mit röhrenförmigen Fortsätzen, die nahe an das Innenohr reichen und es bei Etroplus maculatus (Bild 1) aus Indien sogar berühren. Arten aus schnell fließenden Gewässern wie Steatocranus tinanti (Bild 2) aus dem Kongofluss hatten eine "bis auf einen kleinen Rest reduzierte Schwimmblase", so die Forscher.

Große Schwimmblase verbessert Gehör

"Wir haben gezeigt, dass Arten mit spezialisierten Schwimmblasen höhere Frequenzen und niedrigere Schallpegel wahrnehmen als Arten mit reduzierter Schwimmblase", wurde die Leiterin der Studie, Tanja Schulz- Mirbach vom Department für Verhaltensbiologie der Uni Wien, am Mittwoch in einer Aussendung zitiert.

Um das Hörvermögen der Fische zu messen, verwendeten die Forscher ein sogenanntes Hirnstromkurvenbild. Die Methode werde auch in der Medizin verwendet, man könne damit etwa bei Neugeborenen testen, ob sie in der Lage sind zu hören, erklärte Friedrich Ladich von der Uni Wien.

Hören fast so gut wie Säugetiere

Das Gehör von Fischen unterscheidet sich deutlich von dem von Säugetieren. Ihnen fehlt nicht nur eine Ohrmuschel, sie haben auch keinen Gehörgang, kein Mittelohr, und das Innenohr besitzt keine Schnecke, sagte Ladich. Sie können damit einen weniger hohen Frequenzbereich hören. "Doch wenn die Schwimmblase nach vorne wächst und sich an das Ohr 'anlehnt', kommen Hörempfindlichkeiten zustande, die durchaus mit der von Säugetieren vergleichbar sind", so der Wissenschaftler.

Die Fortsätze wären zwar schon vor etwa 50 Jahren beschrieben worden, doch fehlte bisher der Nachweis, dass sie zum Hören dienen. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "PLoS ONE" veröffentlicht.

AG/red
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