Der Bergführer habe den Steinadler - wie er gegenüber Radio Tirol erklärte - am vergangenen Mittwoch zunächst noch Kreise über der Gruppe ziehen sehen, bevor das Tier sich auf einem Felsen niedergelassen habe. Dann hörte der Mann einen Schuss, und plötzlich fiel das Tier in die Tiefe.
Nach dem Vorfall seien zwei Jäger beobachtet worden, als sie ein Gewehr in einem Auto verstauten, schilderte der Bergführer. Er sei auf die Verdächtigen zugegangen und habe sie darauf angesprochen. Nachdem sich die Waidmänner aber so verhielten, als hätten sie nichts mit der Sache zu tun, verständigte er "fassungslos" die Polizei.
Gegenüber den Beamten habe der Schütze dann angegeben, das Fiepen eines am Boden liegenden Rehkitzes gehört zu haben. Um das Jungtier zu schützen, habe er den Steinadler mit einem Schuss vertreiben wollen. Seiner Aussage nach sei es aber nicht beabsichtigt gewesen, den Greifvogel zu treffen. Vielmehr sei die Kugel auf dem Felsen neben dem sitzenden Adler abgeprallt, weshalb dieser vom Querschläger getötet worden sei.
Um die Schuldfrage zu klären, werde nun sowohl bei der Staatsanwaltschaft und bei der Bezirkshauptmannschaft Anzeige erstattet. Sollte der Jäger das Tier bewusst erlegt haben, muss er mit einer Geldstrafe von mehreren Tausend Euro und dem Verlust seiner Jagdkarte rechnen.