War Aradis Arm doch zu lange ohne Blutversorgung? Wie die "Krone" berichtete, hat der 37-Jährige eine wahre Krankenhaus-Odyssee hinter sich. Am 11. Mai blieb er mit seinem rechten Arm in einer Siebanlage hängen. Geistesgegenwärtig fischte er die abgetrennte Gliedmaße aus dem Staub und fuhr selbst ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt.
Krankenhaus schweigt zu Zeitverlust bei Erstaufnahme
Dort verlor der Arbeiter wertvolle Zeit: Erst ließ ihn der Portier die Schranke nicht passieren (lesen Sie dazu auch die Meinungen im "Freien Wort" in der Infobox), dann schickte man den Schwerverletzten auf eine unbesetzte Station. Die Krankenhaus-Leitung verschanzt sich hinter der Verschwiegenheitspflicht.
"Wie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines österreichischen Krankenhauses, unterliegen auch jene des Krankenhauses Eisenstadt den gesetzlichen Regelungen der Verschwiegenheitspflicht und sind daher nicht befugt, über einzelne Patienten, deren medizinische Behandlungen, pflegerische Betreuung etc. Auskunft zu erteilen, solange sie nicht vom Patienten ausdrücklich von dieser Verschwiegenheitspflicht entbunden worden sind", lautete die Stellungnahme von Direktor Horst Jany.
Arm sechs Stunden ohne Blutversorgung
Aradi wurde schließlich ins Wiener AKH geflogen und dort operiert - zu diesem Zeitpunkt war sein Arm aber bereits sechs Stunden ohne Blutversorgung. Das sei "grenzwertig", stellte der behandelnde Chirurg Oskar C. Aszmann fest. Dennoch verliefen drei OPs erfolgreich.
Im "Krone"-Sonntagsinterview freute sich Tibor Aradi bereits, dass sich die Finger seiner angenähten Hand wieder warm anfühlten (siehe Infobox). Am Mittwoch dann die Hiobsbotschaft: "Meinem Sohn geht es nicht gut. Er hatte sehr starke Schmerzen und musste erneut operiert werden", so sein Vater. Bei dem 37-Jährigen habe sich ein Hämatom gebildet, so eine Spitalssprecherin. Die OP selbst sei gut verlaufen, jetzt könne man nur zuwarten, wie es weiter geht.
Derzeit ist Aradis Zustand stabil. "Wir hoffen, dass keine Infektion daraus entsteht. Denn dann müssten wir handeln", schildert Chirurg Aszmann.
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