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Erdgas strömt auch in dürren Zeiten aus der Erde

07.01.2009, 14:32
Erdgas strömt auch in dürren Zeiten aus der Erde
Erdgas strömt auch in kargen Zeiten - etwa nach dem Zudrehen des russischen Gashahns - aus der Erde: Denn große Anteile des Energieträgers werden in Österreich unter Tag gespeichert. Dazu bieten sich etwa ausgediente Erdgaslagerstätten oder künstlich angelegte Kavernen in Salzstöcken und Felsen an. Notwendig wird die Speicherung durch den schwankenden Bedarf des Gases über das Jahr (weniger im Sommer, mehr im Winter), aber auch über die Woche und einzelne Tage.

Kleine Mengen des Erdgases werden oberhalb der Erde - beispielsweise in Kugelbehältern - aufbewahrt. Um größere Mengen des Gases zu speichern, sind laut einer Information der OMV ausgeförderte Lagerstätten "natürliche, ideale Speicher". In den Poren des Speichergesteins mit Korngrößen von 0,1 bis zwei Millimetern, wo sich schon seit Millionen von Jahren Erdgas befunden hat, wird Erdgas "kurzfristig eingelagert", heiß es.

Speicherung in 500 bis 1.500 Metern Tiefe

Erdgas wird in Tiefen von 500 bis 1.500 Metern mit einem Druck bis zu 120 bar Erdgas aufbewahrt, etwa in den Speichern Tallesbrunn (NÖ), Thann (OÖ), Schönkirchen- Reyersdorf (NÖ) - alle OMV - und Puchkirchen (OÖ) der Rohöl- Aufsuchungs AG (RAG). Alleine in diesen vier Lagern können derzeit 2,8 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden, was fast einem Drittel des österreichischen Jahresbedarfs entspricht.

Im Jahr 2007 eröffnete die RAG einen weiteren Erdgasspeicher in Haidach an der salzburgisch- oberösterreichischen Grenze, mit 1,2 Milliarden Kubikmetern Volumen der zweitgrößte Speicher Mitteleuropas. Das Erdgas wird in eine poröse Sandsteinschicht gepumpt, eine darüber liegende Tonschicht dichtet das Lager ab.

In der Speicheranlage Puchkirchen (RAG) werden für das Einpressen des Gases in die alte Lagerstätte elektrisch betriebene Kompressoren und erdgasbetriebene Turboverdichter (Gasturbinen) verwendet. Bei Entnahme des gespeicherten Gases muss dieses über Trocknungsanlagen und "Separatoren" etwa von Lagerstättenfeuchtigkeit befreit werden.

Den unterirdischen Speichern wird das Erdgas niemals komplett entzogen, ein Rest ("Kissengas") unterstützt den nach der Ausbeutung der Lagerstätte stark abgefallenen Druck und erleichtert die Entnahme des Energieträgers. Aufwendige Horizontalbohrungen unterstützen ein schnelles und effizientes Aus- und Einspeichern des Erdgases.

Als Speicherstätte können zudem auch künstlich geschaffene unterirdische Hohlräume (Kavernen) dienen, die etwa in Salzstöcken angelegt werden. Das Salz dichtet den Speicher über seine physikalischen Eigenschaften auf natürliche Weise ab.

Transport via Pipelines

Der Transport des Erdgases erfolgt vor allem über Pipelines, die Erdgasleitungen verlaufen in der Regel unterirdisch, laut OMV in Stahlrohren mit Durchmessern von 20 Zentimetern bis zu 1,4 Metern. Damit eine Durchflussgeschwindigkeit von acht Metern pro Sekunde (30 km/h) über die Strecken aufrechterhalten wird, wird das Gas in - in regelmäßigen Abständen aufgestellten - Verdichteranlagen komprimiert.

Erdgas wird auch verflüssigt transportiert (Liquified Natural Gas), und zwar mithilfe von Spezialschiffen. Etwa ein Fünftel des weltweiten Erdgastransports wird auf diese Weise durchgeführt. Dafür wird es auf rund minus 160 Grad Celsius abgekühlt, wodurch es auf ein Sechshundertstel seines ursprünglichen Volumens schrumpft.

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