Dass es sich um keinen normalen Einbruch handelt, belegt die Vorgehensweise und das Ziel der vermutlich mindestens zwei Täter. Sie waren schon während der Pfingstfeiertage über ein Fenster in das Finanzamt für den 2. und 20. Wiener Gemeindebezirk eingedrungen. Im sechsten Stock des Gebäudes untergebracht: die Räumlichkeiten der Prüfungsabteilung Strafsachen (PAST) des Finanzministeriums.
Hochbrisante Steuer- Ermittlungsakte gegen Unternehmen und Privatpersonen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland in der Höhe von Dutzenden Millionen Euro sind dort verwahrt.
Die Profi- Verbrecher schlugen vermutlich mit einem Hammer zwei große Löcher in die Panzerglasscheiben der Steuerfahndung. In den Büros suchten die Einbrecher nur nach ganz bestimmten Dokumenten. Dem Vernehmen nach soll es sich um ein Strafverfahren in Millionenhöhe handeln. Die Akten wurden dann von den frechen Tätern mit dem hauseigenen Kopierer vervielfältigt.
Von den Einbrechern fehlt bisher noch jede Spur. "Die Untersuchungen laufen", bestätigt ein Sprecher des Finanzministeriums der "Krone" den Vorfall. Kuriosum am Rande: Da eigentlich nichts gestohlen wurde, handelt es sich nach dem Gesetz nur um schwere Sachbeschädigung....
Von Christoph Budin, Kronen Zeitung
Fotos: Andi Schiel