Ein echtes Herzstück der Regierung, wie vor zwei Jahren die Verwaltungsreform war, gibt es diesmal nicht wirklich. Faymann und Pröll hoben in Beantwortung einer Frage die Bewältigung der Wirtschaftskrise hervor. Der SPÖ- Chef nannte als besondere Schwerpunkte zudem noch Forschung und Bildung, Pröll mahnte eine Verwaltungs- und Staatsreform ein. "Österreich braucht jetzt mehr denn je eine Regierung, die auf Höhe der Zeit die richtigen Antworten geben kann", sagte Pröll. "Kernthemen" für die ÖVP würden die Bereiche Finanzen, Wirtschaft und Außenpolitik sein. Es sei ihm klar, dass nicht alle mit dieser Regierung einverstanden seien, aber die ÖVP wolle "diesen konstruktiven Weg einschlagen".
Zum Thema EU- Verträge und Volksabstimmungen wurde ein Kompromiss gefunden, der im Wesentlichen auf der Annahme beruht, dass in den nächsten fünf Jahren keine Verfassungs- relevanten EU- Verträge geben wird. Der Passus besagt weiters, dass sich die Koalitionspartner bei Volksabstimmungen nicht gegenseitig überstimmen. Hier der Text im Wortlaut:
"EU- Verträge: Der Vertrag von Lissabon bleibt für Österreich ein wichtiger und bewahrenswerter Schritt. Ziel ist die rasche Inkraftsetzung und Umsetzung des Vertrages. Grundsätzlich setzt sich die Bundesregierung zum Ziel, die Europäische Union noch demokratischer, transparenter, sozialer, bürgernäher, handlungsfähiger und moderner zu gestalten. Österreich wird darum grundsätzlich für europaweite Volksabstimmungen eintreten. Hinsichtlich nationaler Volksabstimmungen verpflichten sich beide Koalitionsparteien, einen auf die Durchführung einer Volksabstimmung gerichteten parlamentarischen Antrag bzw. ein solches Verlangen von Mitgliedern des Nationalrates oder Bundesrates (Art. 43 und 44 B- VG) nicht gegen den Willen der jeweils anderen Koalitionspartei zu stellen oder zu unterstützen. Für den Fall, dass eine Partei die andere bei Gesetzesbeschlüssen, Beschlussfassungen über Volksabstimmungen, Anträgen auf Volksbegehren oder sonstigen parlamentarischen Beschlüssen überstimmt, verpflichten sich die Koalitionspartner, gemeinsam einen Neuwahlantrag zu beschließen."