Dem Bericht zufolge soll den Angehörigen in vielen Fällen nicht klar gewesen sein, was mit den Knochen ihrer Verwandten geschieht. Das Magazin zitierte die Kiewerin Lena Krat mit der Aussage, sie sei überrumpelt worden, den Leichnam ihres Vaters für eine Gewebespende zur Verfügung zu stellen. Ihr sei erzählt worden, dass nur Hautstreifen abgeschält würden. Tatsächlich seien den Leichen aber ganze Sehnen, Knochen und Knorpel entnommen worden. "Wenn ich gewusst hätte, dass so viel herausgeschnitten wird, hätte ich nie zugestimmt", sagte die Frau dem "Spiegel".
Der Leiter der Rechtsmedizin in Kiew, Wladimir Jurtschenko, bestätigte dem Nachrichtenmagazin, dass auch heute noch Leichen ausgenommen werden, deren Knochen dann bei der deutschen Firma landen. Die aus Leichenteilen gewonnenen Produkte werden dem Bericht zufolge vor allem in den USA als Ersatzteile bei Patienten eingesetzt, ihr Nutzen sei allerdings umstritten.
Die Branche sei in den vergangenen Jahren zu einem milliardenschweren Markt angewachsen. Würde eine Leiche in all ihre Einzelteile zerlegt, verarbeitet und verkauft, könne der Erlös bis zu 250.000 US-Dollar betragen. Das bayerische Unternehmen lehnte laut "Spiegel" jede Stellungnahme ab und beantwortete auch schriftliche Fragen nicht.