Das Büro für Notfallsituationen (Onemi) in Santiago de Chile warnte vor einer Flutwelle im Pazifik, nachdem insgesamt drei Erdstöße gemessen worden waren. Der schwerste hatte eine Stärke von 7,2. Der befürchtete Tsunami blieb dieses Mal aber - anders als beim Jahrhundertbeben am 27. Februar - aus.
Pinera ist unmittelbar nach der Amtsübernahme in die Katastrophenregion gereist (Bild). "Wir müssen den Wiederaufbau anpacken. Das wird eine große und schwere Aufgabe. Aber wir werden es schaffen", sagte er in der vom Beben am 27. Februar schwer getroffenen Stadt Constitucion. Zugleich unterzeichnete der Staatschef in Constitucion ein erstes Gesetzesprojekt, das die Verteilung von Gutscheinen im Wert von je 40.000 Pesos (56 Euro) noch im März an mehr als 4,2 Millionen Bedürftige vorsieht. Dies war eines seiner Wahlversprechen.
Die Nachbeben brachten das Protokoll der Amtsübernahme durcheinander. Zahlreiche Staatsgäste, darunter viele Präsidenten, kamen jedoch mit dem Schrecken davon. Über neue Opfer oder nennenswerte Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Auch die Menschen der dem Epizentrum am nächsten liegenden Hauptstadt der VI. Region, Rancagua, blieben von größeren Folgen verschont. Auch diese Stadt besuchte Pinera auf seiner Blitztour durch die Erdbebenregion.
Dort wie in vielen anderen Städten liefen viele Menschen von den Nachbeben in Panik auf die Straßen. In küstennahen Orten flüchteten die Bewohner zudem wegen des befürchteten Tsunamis in höher gelegene Regionen.
Am 27. Februar hatte sich im Süden Chiles ein Erdbeben der Stärke 8,8 ereignet, ihm folgte ein zerstörerischer Tsunami an der Pazifik- Küste. Bei dem Erdstoß sind Hunderte Menschen getötet worden. Offiziell wird die Zahl der Todesopfer inzwischen mit 452 angegeben. Zeitweise hatten die Behörden sogar von mehr als 800 Toten gesprochen. Es ist aber damit zu rechnen, dass noch Dutzende Leichen geborgen werden. Vor allem in Maule und Biobio gelten zahlreiche Menschen noch als vermisst. Die genaue Zahl der Obdachlosen ist noch unbekannt. Die Zahl der zerstörten oder beschädigten Wohnungen wurde zuletzt mit etwa zwei Millionen angegeben.
Besonders schwer betroffen von dem verheerenden Erdbeben war die Stadt Conception. Dort hatte es auch wüste Schießereien zwischen bewaffneten Bürgerwehren, Plünderern und dem Militär gegeben. Dabei gab es Dutzende Tote. In Concepcion gingen ein Kaufhaus und ein Großmarkt nach Plünderungen in Flammen auf. Auch in kleineren Ortschaften gab es Gefechte zwischen Plünderern, Polizei und Militär, bei denen auch Tote zu beklagen waren.