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Cannabis in Österreich bald als Medikament?
Cannabis in Österreich bald als Medikament?
Mit der Veröffentlichung eines Expertenpapiers will die Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP) auf die Unkenntnis über den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) reagieren. Die Experten fordern eine unabhängige Prüfung des Wirkstoffs für den Einsatz in der Schmerztherapie. Der ÖGPP ist zwar für eine Entkriminalisierung von Cannabis, spricht sich aber ausdrücklich gegen eine völlige Freigabe aus.
Wolfgang Fleischhacker, Präsident des ÖGPP, äußerte gegenüber Krone.at den Wunsch, in Österreich Cannabis als Heilmittel freizugeben. Es werde viel zu viel auf dem Suchtcharakter herumgeritten.
 
Freigabe für medizinische Zwecke
Substanzen mit wesentlich höherer Suchtpotenz würden in der Medizin selbstverständlich zur Anwendung kommen. Zum Einsatz kämen Cannabis-Medikamente in anderen Ländern vor allem in der Schmerz- oder Krebstherapie, zb. bei Patienten, die unter Appetitlosigkeit oder Muskelkrämpfen - wie bei Multipler Sklerose - leiden. Derzeit kann Cannabis als Medikament nur aus dem Ausland bezogen werden.
 
Bis zu 50 % der Jungen Erfahrung mit Cannabis
Verschiedene Studien kommen zum Schluss, dass etwa 20 Prozent der europäischen Bevölkerung zumindest einmal im Leben Cannabis probiert und etwa 30 bis 50 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Erfahrung mit Cannabis gemacht haben. Diese Zahlen gelten auch für Österreich, erklärten die Experten Fleischhacker und Reinhard Heller von der Medizinischen Universität Innsbruck bei der Präsentation der Studie.
 
Therapie statt Strafe
Die Experten sind der Ansicht, dass "Therapie statt Strafe" absoluter Vorrang einzuräumen ist. Gesetzestechnisch flexible Lösungen, die weder eine undifferenzierte Gleichstellung des Cannabis mit anderen Drogen noch eine völlige Freigabe des Cannabishandels beinhalten, sind anzustreben. In Zukunft solle nicht mehr das Straf,- sondern das Verwaltungsrecht zur Anwendung kommen, wie bei kleinen Verkehrsdelikten.
 
Schäden durch Cannabis
Nach den jüngsten Untersuchungen ist der Gehalt des Wirkstoffs THC in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen. In der Studie geben die Experten auch an, dass etwa jeder zehnte Konsument nach vier bis fünf Jahren eine Cannabisabhängigkeit, allerdings psychischer Natur, entwickelt. Dieses Risiko entspricht eher jenem bei Alkohol, als dem bei Nikotin oder Opium.

Zu den Gesundheitsrisiken des Cannabisgebrauchs zählen Ängstlichkeit und Panik, vor allem bei unerfahrenen Benützern, verschlechterte Aufmerksamkeit, reduzierte Gedächtnisleistung, erhöhtes Unfallsrisiko, vor allem bei gleichzeitigem Genuss von Alkohol.
 
pressetext.de /Krone.at
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