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Bahnhöfe als Notquartiere: ÖBB wollen prüfen

03.02.2012, 13:17
Bahnhöfe als Notquartiere: ÖBB wollen prüfen (Bild: APA/ANDREAS PESSENLEHNER)
Foto: APA/ANDREAS PESSENLEHNER
Aufgrund der anhaltenden Kälte in Österreich und der immer knapper werdenden Winter- Notquartiere prüfen die Österreichischen Bundesbahnen, wie sie wohnungslose Menschen mit zusätzlichen Schlaf- und Aufenthaltsräumen unterstützen können.

"Aufgrund der extremen Kälte und überfüllter Notschlafstellen für Obdachlose haben die ÖBB eine Sofortinitiative gestartet, um schnelle und unbürokratische Hilfe für Bedürftige zu finden. Die ÖBB prüfen aktuell alle Möglichkeiten, wie sie für die notleidenden Menschen zusätzliche Schlaf- und Aufenthaltsräume zur Verfügung stellen können. Die ÖBB sind seit heute Nacht in enger Abstimmung mit den Sozialhilfeorganisationen", hieß es am Freitag auf der Facebook- Seite  der Bundesbahnen.

Bahnhöfe als Notquartiere: Was hältst du davon? Stimm ab in der Infobox!

Der Ankündigung waren zahlreiche Forderungen, unter anderem über das Social Network, vorausgegangen, dass die ÖBB auf ihr Hausrecht verzichten und die Bahnhöfe öffnen sollten. So appellierte Margit Picher, geschäftsführende Obfrau des Patchwork- Familien- Service: "Es gibt viele Obdachlose, die nicht in ein Obdachlosenheim gehen, weil viele aufgrund ihrer oft tragischen Lebensgeschichte Einzelgänger sind und lieber den Kältetod in Kauf nehmen, als sich einer Gruppe anzuschließen. Das ist für viele von uns unvorstellbar. Umso wichtiger wäre es, die Bahnhöfe zu öffnen!"

Notquartiere fast vollständig ausgelastet

Die anhaltende Kälte sorgt für großen Andrang in den Notschlafquartieren. Damit alle Bedürftigen einen warmen Platz finden, hat die Caritas in Wien die Kapazität aufgestockt und in Zusammenarbeit mit dem Fonds Soziales Wien ein weiteres Quartier im Bezirk Währing eingerichtet. Das Tageszentrum "Haus St. Josef" in der Lacknergasse dient nun auch als Schlafstätte.

Laut dem Fonds Soziales Wien betrug die Auslastung in Wiens Notquartieren in der Nacht auf Freitag nahezu 100 Prozent. So haben etwa in der Gruft unter der Mariahilfer Barnabitenkirche wieder 80 Frauen und Männer und in der zweiten Gruft in Neubau 67 Personen geschlafen, berichtete die Caritas.

Ungewöhnliche Kältewelle in Österreich

Eine derartig lange und heftige Kältewelle ist in Österreich nicht alltäglich, wie der Klimatologe Alexander Orlik am Freitag erklärte: "Insgesamt dürften wir bei dieser Kältewelle selbst in den Landeshauptstädten auf eine Serie von etwa fünf bis sieben Tagen am Stück kommen, an denen die Temperatur unter minus zehn Grad gesunken ist. Das kommt in Österreich im Schnitt alle fünf bis zehn Jahre vor."

Doch nicht nur Österreich leidet unter der Kälte, auch in vielen Teilen Europas haben die Menschen mit den eisigen Temperaturen zu kämpfen. Vor allem in Osteuropa forderte der extreme Frost bereits Hunderte Todesopfer.

AG/red
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