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Augenzeugin: "Alle sind um ihr Leben gerannt"

24.05.2009, 18:06
Augenzeugin: "Alle sind um ihr Leben gerannt" (Bild: APA/BENEDIKT LOEBELL)
Foto: APA/BENEDIKT LOEBELL
Eine Augenzeugin berichtet über die Ereignisse im indischen Tempel, wie sie von ihr erlebt wurden. Sie widerspricht dem Bericht der Polizei, wonach sich die Angreifer bereits im Tempel aufgehalten hatten. Ihren Schilderungen zufolge sind die Männer plötzlich in das Gebäude gestürmt.

"Es war zunächst eine ganz normale Sonntagsmesse, mehr als 100 Leute waren da. Plötzlich sind mehrere Sikhs mit Bärten und Turbanen reingekommen. Wir dachten zunächst, sie wollten ebenfalls zum Gottesdienst kommen. Aber plötzlich haben sie eine Waffe genommen und gezielt auf die zwei Prediger geschossen."

Nach Angriff bricht Tumult aus

"Die Leute - Kinder und alle anderen - sind hinausgerannt. Sie sind praktisch um ihr Leben gelaufen", sagte die Frau, die aus Sicherheitsgründen namentlich nicht genannt werden wollte. Ihren Angaben zufolge handelt es sich bei den beiden niedergeschossenen Männern um Prediger, die in Indien sehr viele Anhänger haben und bereits früher zumindest schon einmal in dem Tempel in der Pelzgasse eine Messe gehalten hatten.

"Es geht vermutlich auch um das Kastenproblem"

Schon damals habe es Drohungen gegeben, ihres Wissens auch im Vorfeld der Messe. Am Sonntag sei die Polizei informiert worden. Dass es zu einer Schießerei kommen würde, habe wohl niemand vermutet, sagte die Frau. Der Hintergrund, so weit ihr bekannt: "Den zwei Predigern wird anscheinend vorgeworfen, das Heilige Buch nicht respektvoll zu behandeln. Es geht vermutlich auch um das Kastenproblem. Hier (in Rudolfsheim- Fünfhaus, Anm.) treffen Angehörige niedriger Kasten zusammen. Unter ihnen sind kaum Männer, die Turban und Bärte tragen. In den Gotteshäusern in Donaustadt und Meidling halten sich Angehörige höherer Kasten auf."

"Diese blicken gern ein wenig auf uns herab"

Die Tatsache, dass es sich bei den Angreifern und Männer mit Turban und Bärten handle, lässt nach Angaben der Frau den Schluss zu, dass es fundamentalistische Sikhs seien, die höheren Kasten angehören. "Diese blicken gern ein wenig auf uns herab", sagte die Besucherin des Gottesdienstes in der Pelzgasse.

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