Mithilfe der Reduzierung des Fischereidrucks auf kleinere Fischarten könne man schädliche Auswirkungen auf die Ökosysteme verhindern, schreiben die Forscher. Dies könne geschehen, ohne die Fischerei insgesamt stark zu beinträchtigen. Bei einer Halbierung der gegenwärtigen Ausnutzungsquote würden noch immer 80 Prozent des maximalen Ertrages erreicht, der als nachhaltig angesehen wird. Gleichzeitig würden die Ökosysteme erheblich weniger geschädigt.
Auf den untersten Stufen der marinen Nahrungskette stehen in der Regel kleinere Fische und wirbellose Tiere wie Krill, die sich hauptsächlich von Plankton ernähren. Sie werden meist zur Produktion von Fischmehl gefangen, einige Fischarten werden in manchen Ländern aber auch direkt konsumiert. Derzeit entfalle knapp ein Drittel des weltweiten Fangfisches auf kleinere Fischarten, berichten die Wissenschaftler um Anthony Smith von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization aus Hobart in Australien.
Am Computer reduzierte Fangmenge simuliert
Die Forscher simulierten nun am Computer, wie sich Änderungen in der Fangmenge auf die Ökosysteme und die Bestände verschiedener Arten auswirkten. Insgesamt wendeten sie drei Modelle für fünf Regionen an, darunter den nördlichen Humboldtstrom, die Nordsee und das südöstliche Kontinentalschelf Australiens.
Grundsätzlich fanden sie heraus, dass die kleinen Arten eine bedeutende Rolle im Ökosystem spielen und Veränderungen der Fangzahlen sich auf zahlreiche Arten auswirken, die in der Nahrungskette weiter oben stehen, etwa marine Säugetiere oder Seevögel.
Regional unterschiedliche Bedeutung
Allerdings hatten einzelne Arten in verschiedenen Regionen eine unterschiedliche Bedeutung: Im nördlichen Humboldtstrom etwa wirkte sich das Fischen von Anchovis erheblich auf das Ökosystem aus, während Sardinen nur einen geringen Einfluss zu haben scheinen. Im südlichen Benguelastrom hingegen ist es genau andersherum.
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