"Ich freu mich und glaube, dass es in den letzten zwei Tagen erst richtig rundgehen wird", sagte der Mieter. Er könne sich schon vorstellen, dass jemand 1.000 Euro oder mehr bietet. Noch vor Kurzem hatte der Mann behauptet, er wolle kein Geld damit verdienen, sondern führe die Auktion ausschließlich durch, weil er "ein guter Mensch" sei.
Für die Prozess- Dauer - die Verhandlung ist von 16. bis 20. März am Landesgericht St. Pölten anberaumt - will der 33- Jährige vorzugsweise Journalisten in seiner Bleibe beherbergen. Anfragen ausländischer Medien gab es bisher jedoch kaum. Vielleicht auch deshalb, weil er nicht ausziehen wolle. "Ich bin sicher in der Wohnung, mal da, dann wieder weg. Ich darf ja nicht untervermieten", meinte er. Das Zinshaus, indem die 85 Quadratmeter große Wohnung liegt, habe der Vater des Mieters vor etwa vier Jahren an Josef F. verkauft.
Der 33- Jährige wohne schon seit acht Jahren in dem Appartement. Internetanschluss, Fernsehen, Heizung, Benützung von Badezimmer und Küche stehen dem "Gast" natürlich zur Verfügung. Angepriesen wird das Objekt damit, dass es nur drei Gehminuten vom Gericht entfernt sei und Parkmöglichkeiten biete.
Am 27. April 2008 war in Amstetten bekannt geworden, dass der 73- jährige Josef F. seine Tochter 24 Jahre lang in einem Verlies eingesperrt und sexuell missbraucht haben soll. Während der Gefangenschaft habe der Mann mit der heute 42- Jährigen sieben Kinder gezeugt. Josef F. befindet sich in Untersuchungshaft.