Erwärmung und Änderungen beim Niederschlag führen dazu, dass Pflanzen und Tiere neue Orte besiedeln und angestammte Plätze verlassen müssen. Schaffen sie es nicht, sich den neuen Verhältnissen anzupassen, drohen sie nach und nach auszusterben.
In einem dreijährigen Forschungsprojekt fand die Vogelwarte Sempach heraus, dass insbesondere Alpenvögel künftig mit den Veränderungen des Klimas zu kämpfen haben werden. Die hitzeempfindlichen Arten müssten nach oben ausweichen. "Ist der Gipfel erreicht, laufen sie ebenfalls Gefahr, für immer zu verschwinden."
Besonders schlecht sind die Prognosen für das Alpenschneehuhn. "Im schlimmsten Fall findet es gemäß unseren Berechnungen Ende des 21. Jahrhunderts in der Schweiz keine geeigneten Lebensräume mehr", sagt Ramona Maggini, die das Projekt "ClimBird" an der Vogelwarte leitet.
Das Alpenschneehuhn ist hervorragend an die grimmige Kälte und die harschen Lebensbedingungen im Hochgebirge angepasst. Überschreitet die Temperatur 15 Grad, wird es ihm zu warm und es zieht sich an schattige Plätze zurück.
Schon heute seien gewisse Effekte des Klimawandels sichtbar, hält die Vogelwarte fest. So habe der Bestand des Alpenschneehuhns in den letzten 20 Jahren um rund ein Drittel abgenommen. Insgesamt seien seit der Jahrtausendwende mindestens ein Drittel aller Vogelarten in höher liegende Gebiete gezogen.