Ein Ara und ein paar Sittiche waren schon erbärmlich
verendet, als die Beamten beim Grenzübergang Suben der oberösterreichischen
Innkreisautobahn die Planen des Lasters hochhoben, der von Holland
in die Türkei fahren sollte: "Ein stickiger Hitzeschwall
kam uns entgegen", sagt ein Gendarm: "Ein Jammer - kaum Futter,
kaum Wasser!" Und der alarmierte Braunauer Amtstierarzt Dr. Josef
Stöger attestiert: "Ja, eindeutig Tierquälerei!".
Der türkische Fahrer wurde zum Lochener Gnadenhof
eskortiert, wo seine lebende Fracht aus den gestapelten Kisten
befreit wurde: "Wir haben auf 55.000 Quadratmetern normal 300
Tiere - und jetzt plötzlich mehr als tausend", klagt der
Asylchef Heinz Preiss. Ein Pony, zwei Wasserschweine, vier Lamas,
vier Kängurus, 14 Hirsche, je 25 weiße und schwarze
Schwäne, aber auch Kronenkraniche, Graupapageien und 400
Sittiche wurden bei ihm abgeladen und notversorgt. "Alle Matsch,
verstört und Kreislauf geschwächt - am schlechtesten
geht's den Vogerln", ist der Gnadenhofbesitzer den Tränen
nahe: "Menschen, die so was machen, soll man nicht Schweine nennen
. . ."
Der bestrafte Kraftfahrer musste mit leerem Lkw
heimfahren. Ehe kein ordnungsgemäßer Weitertransport
garantiert werden kann bleiben die 787 Tiere in Quarantäne.
Von Richard Schmitt sen.