"Besonders betroffen sind Frauen; zwei Drittel der Unfälle entfielen auf diese Personengruppe", sagt Rupert Kisser, Bereichsleiter Heim, Freizeit und Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit, das die Zahlen in einer Umfrage bzw. Studie erhoben hat. Mit insgesamt 67 Prozent sind Kochen und Putzen die Gefahrenfelder Nummer eins, heißt es in der Untersuchung. Insgesamt verbrühten oder verbrannten sich im vergangenen Jahr etwa 8.300 Menschen in den eigenen vier Wänden und mussten danach im Spital behandelt werden. 37 Prozent der Befragten sehen Ablenkung und mangelnde Konzentration als Unfallursache, 17 Prozent Stress und Eile.
Neben Frauen sind vor allem Kleinkinder gefährdet: 39 Prozent der Verbrennungs- und Verbrühungsopfer waren jünger als fünf Jahre. "Dabei machen Kleinkinder nur fünf Prozent der Bevölkerung aus", so das KfV. 70 Prozent dieser Unfälle finden in der Küche statt. Die häufig verletzten Körperteile waren Hände und Arme (40 Prozent) sowie Füße und Beine (23 Prozent). Bereits der Inhalt einer Tasse reiche aus, um bei Kleinkindern 30 Prozent der gesamten Körperoberfläche zu verbrühen - schon ab 15 Prozent Hautverbrennung entstehe eine lebensgefährliche Situation, so das KfV.
Ein Griff auf die heiße Backofentür oder die Herdplatte sei oft dem "kindlichen Entdeckungsdrang" zuzuschreiben, "dabei sind die meisten Verletzungen durch den Einsatz moderner Küchengeräte oder einfache Maßnahmen wie Herdschutzgitter vermeidbar", sagte Kisser. Bei der Neuplanung einer Küche sollte bereits darauf geachtet werden, "Geräte wie den Backofen oder Dampfgarer in einen Hochschrank - unerreichbar für Kinder - einzubauen". Zusätzlich sind im Handel bereits Sicherheitsgeräte mit Verriegelungsfunktion und ähnlichem erhältlich.