Der regionale Abgeordnete Raza Haider war zusammen mit seinem Leibwächter vor einer Moschee von Unbekannten erschossen worden. Haider war Mitglied der Awami Nationalpartei, die als national und säkular gilt. Sie wurzelt in der Muttahida Qaumi Movement (MQM), die in Sindh an der Regierung beteiligt ist und vor allem aus Nachfahren von Einwanderern aus Indien besteht, die nach der Staatsgründung 1947 nach Pakistan kamen.
Die Nachricht von dem Tod des Parlamentariers verbreitete sich in Windeseile. Bewaffnete errichteten Straßensperren und steckten Autos, Restaurants und Geschäfte in Brand. Am Dienstag in der Früh waren noch vereinzelt Schüsse zu hören, auch Feuer wurden in manchen Gegenden der 16 Millionen Einwohner zählenden Stadt gelegt.
Ein Sprecher der südpakistanischen Provinz Sindh sagte, Polizisten und Soldaten seien ausgerückt, um für Sicherheit zu sorgen. Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. "Wir glauben, dass die Kräfte am Werk waren, die die gewählte Regierung destabilisieren wollen", sagte der Sprecher.
Karachi, größte Stadt des Landes und ein wichtiges Handelszentrum, wird immer wieder von Ausbrüchen ethnisch, politisch oder religiös motivierter Gewalt erschüttert.