Offenbar will die Post den geplanten Prozess – Innenministerin Maria Fekter braucht aktuell 320 Beamte im Innendienst, bis 2014 sollen sogar 1.000 Ex- Postler umgeschult werden – auf diese Weise anheizen. Man rechne mit großem Interesse der Betroffenen, nachdem das Projekt bisher eher schleppend angelaufen ist, heißt es vonseiten der Post AG.
Laut Post- Gewerkschaft ist für viele Beamte ein Wechsel mit finanziellen Verlusten verbunden. Gehaltserhöhungen oder automatische Gehaltsstufenvorrückungen gebe es bei der Polizei für sie nicht.
Der Pilotversuch war Anfang September 2009 gestartet. Die ersten Post- und Telekom- Bediensteten hatten mit ihrer Einschulung bei der Exekutive begonnen (siehe dazu die "Krone"- Reportage in der Infobox), um dort die Polizisten zu entlasten. Wie auch die Telekom zahlt die Post die Gehälter der Beamten bis Juni 2014 weiter, danach werden sie vom Bund übernommen. Ob es bei der TA ein ähnliches Übertrittsangebot gibt, ist nicht bekannt.
Der Aufgabenbereich, den die Postler als neue Mitarbeiter des Innenministeriums übernehmen, beschränkt sich ausschließlich auf Verwaltungsarbeiten. Das heißt, keine Uniformen und auch kein Dienst mit der Waffe. Trotzdem helfen die neuen "Exekutivassistenten" durch ihre Arbeit im technischen Bereich, in der Administration, bei der Auswertung von Anrufdaten oder Datenbanken mit, die Bürotätigkeiten der Exekutive zu verringern. "Weniger Verwaltungstätigkeit bedeutet für unsere Polizisten mehr Zeit zur Kriminalitätsbekämpfung auf der Straße", lautet dazu die Erklärung von Innenministerin Maria Fekter.
Zudem werden Synergien genutzt werden, das heißt z. B., dass Posttechniker, die über EDV- Fachwissen verfügen, für Kommunikationsaufgaben etc. eingesetzt werden. Mentoren, sprich erfahrene Polizisten, übernehmen die Einschulung: Die zwei Monate dauernde Ausbildung umfasst sowohl theoretische Themen wie rechtliche Fragen, interne Verwaltung, Kanzleiordnung, Schriftverkehr, etc. als auch "praktische Einweisung in administrative Aufgaben" in den Inspektoraten.