Die versprochene Megashow von Blink 182 ließ zwar bis zum letzten Konzertviertel auf sich warten, konnte sich aber sehen lassen: Drummer Travis Barker spielte auf einer ausfahrbaren runden Extrabühne, die sich in luftigen Höhen von etwa drei bis vier Metern drehte. Kopfüber zeigte Barker sein Können auf den Drums und sorgte damit für großes Staunen beim Publikum.
Außerdem machten die drei Mannen mit Projektionen und Lichtspielen auf sich aufmerksam. Beeindruckend für die "Blink"- Fans war schon der Auftakt der Show pünktlich um 22.50 Uhr, als der schwarze Vorhang fiel und die Spaßkanonen ordentlich in die Saiten schlugen. Gleich die zweite Nummer, "Feeling This", brachte das Publikum in Wallungen. Danach folgten die Hits "The Rock Show", "What's My Age Again", die Ballade "I Miss You" und selbstverständlich "All The Small Things", mit dem die Band vor zehn Jahren ihren Durchbruch schaffte.
Musikalisch hätte das Trio durchaus eingespielter sein können. Auch die Hassliebe zwischen Gitarrist Tom DeLonge und Bassist Mark Hoppus konnte man trotz Versöhnung nach jahrelangem Streit dennoch spüren. Die Kalifornier machten sich darüber aber gekonnt lustig: "Wir haben uns viele Jahre gehasst, jetzt aber nicht mehr", beruhigte Hoppus mit einem Augenzwinkern. Die ständigen verbalen Schlagabtausche zwischen den beiden sorgten für Gelächter.
Unterhaltung pur lieferten auch die österreichischen Three Feet Smaller: Die Truppe aus Wien verlangte mit ihren Aufforderungen "Ihr macht jetzt mehrere Circle- Pits (die Fans laufen zur Musik im Kreis, Anm.)" und "Wir versuchen jetzt den größten Circle- Pit, den Wiesen je gesehen hat" der Menge so ziemlich alles ab. Auf Kommando starteten die Leute und rannten im Kreis vom überdachten Publikumsbereich rauf auf die Wiese.
Dass die Band aus "purer Leidenschaft" auf der Bühne stehe, wie Sänger Marcus Smaller betonte, konnte man dem Quartett ohne Weiteres abkaufen. Am 31. Oktober feiern die Musikanten ihr zehnjähriges Bestehen in der Wiener Arena und versprachen, dass sie "mit 50 Jahren immer noch hier (auf der Bühne, Anm.) stehen möchten".
Ebenfalls auf der Bühne standen die kanadischen Simple Plan, deren Sänger Pierre Bouvier mit "Everybody spring" die Menge zum fröhlichen Mithupfen animierte. Gesprungen wurde auch bei "All Time Now", die mit Schimpfparolen überzeugten, jedoch nicht mit ihrer Musik. Außerdem traten am Freitag die Bands Thirteen Days, Bilderbuch und Young Guns auf.