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27.08.2014 - 16:55

Rocken, bis die Socken ausgehen

16.09.2009, 18:25
Video: EMI Music
Irgendwann verspürt auch das bravste Mädchen mal die Lust, etwas Wildes zu unternehmen. Diese Redensart, wenn auch hier frei erfunden, träfe insbesondere auf Alison Sudol alias A Fine Frenzy zu. Nach ihrem Erfolg mit dem Schmuse- Hit "Almost Lover" zeigt sich die Kalifornierin mit den feuerroten Haaren auf ihrem neuen Album "Bomb In A Birdcage" von ihrer rockigen Seite. krone.at traf sie bei der Suche nach Obst und Socken.

Beim Fotoshooting zum neuen Album posierte Alison Sudol (23) nicht nur des Eva- Motivs wegen mit einem Apfel. Die junge Dame ist ein Obst- Fan und ersetzt das übliche Menü eines tourenden Musikers (Bier und Fast Food mit Kaffee und Zigaretten als Nachspeise), wann immer sie kann, durch Vitamine. "In meinem Hotelzimmer in Wien begrüßte mich ein Obstkorb mit Bananen. Bananen! Wie toll ist das denn!?", freute sich Sudol am Telefon mit krone.at und entschuldigte sicherheitshalber gleich vorweg, wenn sie zwischendurch einmal mit vollem Mund plappern sollte.

krone.at: Wenn man "Bomb In A Birdcage" anhört, kommt die Frage auf: Wie konntest du die rockende Alison so lange verstecken?
Alison Sudol: (lacht) Ich wusste ja gar nicht, dass sie in mir steckt! Und selbst wenn, hätte ich früher viel zu viel Angst gehabt, sie rauszulassen. Ich wollte ja eigentlich nie Rock machen, aber mit all den Live- Shows, die wir in den letzten Monaten spielten, dachte ich mir: Jetzt will ich noch mehr Spaß!

krone.at: Ich sah dein Konzert letztes Jahr in Wien. Man bekam zeitweise den Eindruck, du würdest jetzt gern aufspringen und den Song um das Doppelte schneller spielen. Andererseits kommt bei deinen langsameren Songs viel mehr Intimität auf.
Sudol: Ja... und ja! (lacht) Das erste ist der Grund, warum die eine Hälfte von "Bomb In A Birdcage" rockig klingt. Das zweite ist der Grund, warum die andere Hälfte eher an "One Cell In The Sea" angelehnt ist. Ich wollte nicht ein Album machen, das diese speziellen Momente bei Konzerten verbietet.

krone.at: Die Single "Blow Away" sagt aber eindeutig: Hier rockt's!
Sudol: Ich schrieb "Blow Away" ziemlich am Ende des Albums. Nein, warte mal; eigentlich schrieb ich den Song am Morgen unseres letzten Tages im Studio! Ich hatte die Wochen davor wahnsinnig viel Spaß mit den Jungs gehabt. Wir waren eigentlich schon fertig mit der Platte, hatten aber noch einen Tag im Studio gebucht. Ich dachte mir, ich schreibe noch schnell einen Song, damit wir etwas zu jammen haben. Es sollte eine einzige Party im Aufnahmeraum werden - daraus entstand dann eine Single.

krone.at: "Bomb In A Birdcage" klingt irgendwie brutal...
Sudol: Es ist eine Zeile aus "What I Wouldn't Do", dort heißt es "With my heart ticking like a bomb in a birdcage, I left before someone got hurt". Mir gefiel die Zeile, weil ich mich manchmal wirklich so fühle; verletzlich und zerbrechlich auf der einen Seite, dann ist da wieder diese rebellische, völlig unkontrollierbare und verrückte zweite Person, die manchmal aus mir herausstürzt. Aber brutal? Mmh, vielleicht sollten wir einen Sticker auf das Album kleben: "No birds were harmed in the making of this record". (lacht)

krone.at: Dein bisher erfolgreichster Song war "Almost Lover". Viele deiner Fans werden sich fragen: Gab es jemals eine Fortsetzung?
Sudol: Ich schrieb "Almost Lover" lange vor dem Rest von "One Cell In The Sea". Vieles über die Zeit nach dieser Begegnung ist schon in den Songs des ersten Albums enthalten. Für "Bomb In A Birdcage" war das dann schon zu weit weg und es gab andere Erlebnisse, die emotional präsenter waren. Aber ich kann mich noch sehr klar an diesen Moment erinnern, und ich weiß noch, wie ich mich damals fühlte. Aber es gab kein Wiedersehen oder sowas. Leider...

krone.at: Wie ging's dir mit dem plötzlichen Erfolg? Dein Leben stand die letzten zwei Jahre wahrhscheinlich Kopf...
Sudol: Das kann man wohl sagen! Es war ein einziges Abenteuer, ich war aber voll darauf eingestellt. Ich denke, bei mir ging es noch halbwegs geregelt im Gegensatz zu Shooting- Stars aus Castingshows oder so. Aber für jemanden, der lange Zeit nur für sich selbst Musik gemacht hat und seine Songs höchstens Freunden oder den Eltern vorspielte, ist es der helle Wahnsinn, wenn man auf einmal jeden Tag in einer anderen Stadt in einem anderen Bett schläft, täglich irgendwo auftritt und Dutzende Interviews geben muss. Ich gebe zu, alle paar Wochen hat es mich dann wirklich umgehauen, dann entstand meistens einer der etwas düsteren Songs auf dem neuen Album.

krone.at: Ich sah heute, du tickerst deine Interviews online mit.
Sudol: Grrr, ich wusste, dass das einer von euch lesen wird! (lacht) Ich mache das für meine Freunde. Ich poste "fliege jetzt nach Wien" und alle fragen, ob ich auf Urlaub sei. Nein! Das ist kein Urlaub!

krone.at: ... du musst nämlich wie eine Fließband- Arbeiterin mit schrecklich neugierigen Unbekannten plaudern?
Sudol: (lacht) Nein, so ist es auch wieder nicht. Ich will dem Beruf des Musikers jetzt nicht die Romantik nehmen, aber manchmal sind die Leute ziemlich überrascht, wenn sie erfahren, wo Interviews wirklich herkommen. Ich wusste nie, wie diese ganzen Interviews in den Musikmagazinen entstehen, dass man in Hotelzimmern sitzt und immer wieder neue Leute durch die Tür kommen.

krone.at: Ich las auch, dass du deine Gitarre vermisst. Dürfen selbst Rockstars heutzutage nur mehr mit Handgepäck verreisen?
Sudol: Fast. Ich hab sie zu Hause gelassen, weil ich nach so einem Interviewtag meistens zu k.o. zum Musikmachen bin. Aber heute war das irgendwie anders, ich hatte voll Lust auf meine Gitarre. Und sie war nicht da! Buhu. (lacht)

krone.at: Schrecklich! Die Top- Liste deiner Mangelerscheinungen?
Sudol: Mmh. Das mit der Banane hat sich jetzt ja geklärt, die gab's zum Glück im Hotel. Ich hatte auch eine im Rucksack, aber die war schon pechschwarz. (lacht) Was mir auf Reisen oft fehlt, ist ein Auto. Manchmal miete ich mir aber ein Fahrrad, um mir eine Stadt genauer anzusehen. Und ein Kühlschrank! Ich hab keinen eigenen Kühlschrank mehr. Einen Toaster, am besten gleich eine Küche! Meinen Polster, meine Bettdecke, mein Bett. Viele Hotelbetten sind toll, aber nichts gegen das eigene Bett. (pausiert kurz) Und Socken! Es ist das schlimmste überhaupt, wenn einem die Socken ausgehen. Versuch mal in der Innenstadt einer Metropole ein Geschäft zu finden, das dir ganz normale Socken verkauft! Schrecklich, dieses Leben - ich liebe es!

Interview: Christoph Andert

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