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Robbie: "Ich habe es vermisst, ein Popstar zu sein"

24.10.2009, 17:00
Robbie: "Ich habe es vermisst, ein Popstar zu sein"
Robbie Williams wollte sich nicht länger vor der Welt verstecken. Mit dem Album "Reality Killed The Video Star"  (VÖ: 6. November) kehrt er ins Rampenlicht zurück. Mit "Krone"- Musikredakteurin Franziska Trost plauderte er über sein neues Leben, die Liebe und seine Zukunft.

Robbie Williams – das war der Frauenheld, der böse Bube, der Superstar, der sich feiern ließ wie ein Gott und die Massen dirigierte wie kein anderer. 100.000e lagen ihm zu Füßen – und nichts schien ihn von seinem Thron stoßen zu können. Außer er selbst!

Vor drei Jahren brach er seine Welttournee plötzlich ab – der Mensch Robbie hatte Angst vor dem Superstar bekommen. Jeder einzelne Auftritt wurde für ihn zur Qual. Also zog er sich nach Los Angeles zurück, wo ihn, dank seiner Misserfolge in Amerika, kaum jemand kennt. Er verbrachte die Tage mit der Playstation auf seinem Sofa, wurde dick und schwammig von ungesunder Ernährung, Alkohol und Drogen. An ein Comeback glaubte niemand mehr – er und der Rest der Welt nicht.

Und plötzlich ist er wieder da, fitter und attraktiver, als er es je war. Nur den bösen Buben, der sich für den König der Welt zu halten schien, den hat er abgeschüttelt. "Ich hatte ein Image aufgebaut, das eigentlich gar nicht existierte", gesteht er im "Krone"- Interview. "Es war gut, solange es gedauert hat, doch jetzt ist das vorbei.“

Einer neuer Lichtblick im seelenlosen L.A.

Den Schritt in ein neues Leben, heraus aus dem Sumpf aus Drogen und Depressionen, hat er nicht alleine geschafft. Seine Hand hielt dabei die hübsche Schauspielerin Ayda Fields, der es gelang, den Frauenhelden zu zähmen. Wie so viele zuvor versuchte er immer wieder, sie von sich zu stoßen. "Ayda war anders", sie blieb.

"Irgendwann ist meine Beziehung mit ihr sehr ernst geworden." Und so träumt er nun gemeinsam mit ihr von einer Zukunft aus dem Bilderbuch. "Ich habe die romantische Vorstellung, dass Ayda der eigentliche Grund war, warum ich nach Amerika gegangen bin. Und jetzt muss ich sie nach Hause bringen, um hier eine Familie zu gründen", schmunzelt Robbie. "Ich habe ihr meine Heimatstadt Stoke- on- Trent auf Google- Earth gezeigt, und sie war hingerissen. Also bin ich mit ihr hingefahren. Alle Menschen waren so warm und freundlich, sie haben Herz und Seele. Das ist das Problem an Los Angeles, es ist sonnig, aber seelenlos."

"Ich will Kinder mit englischem Akzent"

Deswegen kaufte er für sich, die Liebe seines Lebens und die Kinder in spe um 8,5 Millionen Pfund ein Schloss im idyllischen Dörfchen Wiltshire mit Helikopter- Landeplatz, Gokart- Bahn, Tennisplatz und vielen anderen Annehmlichkeiten, die eine Kleinfamilie so braucht, und hat hier sein neues Zuhause gefunden. "Ich will, dass meine Kinder einmal mit englischem Akzent aufwachsen. Allerdings musste ich feststellen: Seele geht mit verdammt schlechten Wetter einher. Sonne tanken muss ich eben in L. A."

So gemütlich sein Zuhause auch sein mag, Robbie Williams will sich nicht länger verkriechen. "Es ist seltsam, ins Rampenlicht zurückzukehren. Nach drei Jahren hatte ich fast vergessen, wie es sich anfühlt, ein Popstar zu sein", meint er ungewohnt bescheiden. "Jetzt wache ich in der Früh neben Ayda auf, renne in Unterhosen rum, wir trinken Kaffee und sind ein normales Paar. Im nächsten Moment bin ich Mr. Superstar. Es ist eigenartig, zwischen diesen beiden Menschen hin und her zu wechseln."

Donuts auf der Couch statt Live- Marathon?

Für sein Comeback hat er sich die überschüssigen Pfunde runtergehungert. "Ich bin zu faul, um jeden Tag zu trainieren. Also musste ich alle guten Sachen wie Schokolade und Chips streichen. Aber sobald ich mit der Promotion fertig bin, habe ich ein Date mit meinem Sofa und einer Packung Donuts."

So strahlend sein Comeback auch sein mag, den Popstar will er nie wieder zu groß und mächtig werden lassen. Und deswegen möchte er nicht auf Tour gehen. "Das wäre härter als ich."

Von Franziska Trost, "Krone bunt"

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