Viel gibt es über die Fünf- Song- Platte allerdings nicht zu sagen, die Qualitäten beider Akteure sind ja hinreichend bekannt - und machen aus "One Day As A Lion" genau jenes Produkt, das man sich erwartet: Theodore spielt vertrackte, mörderisch fett klingende Drums, de la Rocha rappt, singt öfters als in RATM- Zeiten und macht sich über ein bis zur akustischen Unkenntlichkeit malträtiertes Fender- Rhodes- Piano her. Weitere Musiker gibt es nicht.
Die Texte der fünf Songs mit einer durchschnittlichen Laufzeit von vier Minuten (was für Theodore wahrscheinlich eine arge Umstellung war, Mars Volta spielen Drei- Stunden- Konzerte mit einer Acht- Songs- Setlist...) handeln von de la Rochas "Lieblingsthemen": Krieg, gierigen Regierungen, Gesellschaftszwang, sozialer Benachteiligung, Konsumsucht, Intoleranz - kurz: fucking injustice! Und keiner trägt das so schamerfüllend vor, wie der RATM- Frontmann, der mit seiner wiedervereinten Truppe derzeit um den Globus tourt und im Juni am Novarock- Festival im Burgenland auch Österreich beglückte.
Der Name des Duos, das vorerst keine Live- Auftritte oder ein Album in voller Länge geplant hat, stammt übrigens von einem über dreißig Jahre alten Graffiti. Der Original- Text lautete: "It's better to live one day as a lion, than a thousand years as a lamb." Wie wahr.
Von Christoph Andert