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19.06.2013 - 20:52

Deep- Purple- Chef Ian Gillan und seine "80- köpfige Band"

14.12.2010, 10:21
Deep-Purple-Chef Ian Gillan und seine "80-köpfige Band"
Vier legendäre Frontmänner und ein ausgewachsenes Orchester. So präsentiert sich die "Rock Meets Classic"- Tournee, die am 7. Jänner 2011 in der Wiener Stadthalle gastiert. Die "Krone" plauderte vorab mit Deep- Purple- Frontmann Ian Gillan über das Symphonie- Spektakel.

Rock 'n' Roll hält jung, das hat auch Deep- Purple- Legende Ian Gillan festgestellt. "Wer rastet, der rostet", lacht er im "Krone"- Interview. "Wenn ich drei Wochen nichts tue, versagt mir die Stimme. Und deswegen bekomme ich es mit der Angst zu tun, wenn ich einmal einen Monat keine Gigs habe."

Also kam es ihm gerade recht, dass Rock- Kollegen wie Lou Gramm, Original- Sänger von Foreigner, der nur mehr ganz selten live auftritt, Dan McCafferty von Nazareth und Les Holroyd von Barclay James Harvest ihre klassische Seite entdeckten und gemeinsam mit ihm die "Rock Meets Classic"- Tour auf die Beine stellten – gute alte Rocksongs, gepaart mit dem Klangbett eines Orchesters, konkret des Bohemian Symphony Orchestra aus Prag.

"Ich gebe zu, die Idee für die Tour stammt nicht von mir. Ich wurde eingeladen. Aber ich hatte schon Kopfschmerzen, weil mein Terminkalender für Jänner leer war", sagt Gillan.

"Noten? Nur die Musiker, ich zum Glück nicht"

Vor einem großen Orchester zu stehen ist für den 65- jährigen Deep- Purple- Frontmann freilich nicht neu. "Ich hab schon mit Deep Purple oft mit Orchestern zusammengearbeitet. Natürlich muss man sich umstellen, die Jungs können nicht auf Zuruf den letzten Refrain zweimal spielen. Es ist auch ein Unterschied, ob man mit vier Leuten in einer Band spielt oder mit 80." Und ganz Rock- untypisch haben die fidelnden Kollegen auch noch Noten vor sich liegen. Gillan auch? "Nur die Musiker, ich zum Glück nicht."

Notenblätter hin oder her, eine Kluft zwischen sich und der "Band" erkennt Gillan trotz des Genre- Unterschieds nicht. "Man vergisst immer, dass – egal ob Rock oder Klassik – wir alle Musiker sind. Die Orchester- Typen sitzen tagsüber genauso wie unsereins in Jeans und T- Shirt im Studio und spielen zu Pop- oder Rockmusik. Erst am Abend ziehen sie sich um, treten im Frack auf und konzertieren vor herausgeputzten Leuten Bach und Beethoven."

"Ja, ich bin 65. Na und?"

Ian Gillan könnte sich nach seiner Karriere mit Deep Purple gut auf den Star- Lorbeeren ausruhen. Doch wer einmal von der Bühne steigt, kommt nicht mehr hoch, glaubt Gillan: "Ja, ich bin 65. Na und? Eine Pause würde ich trotzdem nie machen. Wenn du einmal wirklich fünf oder zehn Jahre nichts gemacht hast, erreichst du nie wieder deine alte Form." Den Superstar legt er ab, wenn er die Wohnungstür hinter sich zumacht – dann wird Gillan zu einem gewöhnlichen "Hausmann". Waschen, Bügeln und Kochen sind Chefsache. "Das hat mir meine Mutter so beigebracht."

Von Franziska Trost und Christoph Andert

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