"Ich habe hier einen Blackout", zeigte sich Emmelie de Forest kurz nach ihrem Sieg beim 58. Eurovision Song Contest relativ sprachlos: "Ich bin das glücklichste Mädchen der Welt." Wo ihre Siegertrophäe, ein gläsernes Mikrofon, zu Hause hinkommt, weiß die 20-jährige Dänin bereits: "Die Trophäe kommt aufs Regal neben meinen Babyhasen."
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Besonders beeindruckend sei für sie die Stimmung in der Halle gewesen: "Es war so überwältigend. Ich habe die Energie der ganzen Leute in der Halle gespürt, was den Auftritt noch besser gemacht hat." Dennoch sei sie bis zum Schluss nicht sicher gewesen, ob es für den Sieg reichen würde: "Ich habe an den Song geglaubt. Aber das Spannende beim Song Contest ist ja, dass man nie weiß, was passiert." Dass sie, wie einst Lena für Deutschland, ein weiteres Mal für ihr Land beim Song Contest antreten wird, schließt die Sängerin eher aus: "Man weiß ja nicht, was die Zukunft bringt. Aber ich glaube, es ist ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis."
Mit 14 Jahren schon im Showbiz
Trotz ihrer jungen Jahre hat Emmelie schon einige Jahre Showerfahrungen auf dem Buckel. Seit sie 14 Jahre alt war, tourte Emmelie, deren Name de Forest tatsächlich kein Künstlername ist, durch Dänemark. An der Seite des schottischen Musikers Fraser Neill lieferte sie neben Coverversionen damals bereits eigene Folknummern - auch da wie am Samstagabend beim Song Contest - bereits ohne Schuhwerk. "Barfuß zu sein, fühlt sich näher am Boden, an der Erde an und entspannt mich", meint die 20-Jährige.
Aufgewachsen ist die am 28. Februar 1993 geborene Emmelie in Mariager im Norden Dänemarks. Laut eigener Aussage war ihr Großvater angeblich ein uneheliches Kind von König Edward VII. Mittlerweile wohnt seine Nachfahrin in Kopenhagen, gegenüber der schwedischen Ausrichterstadt des heurigen Song Contests, Malmö. Zum Auftritt hatte sie es also nicht weit - und auch nach ihrem Sieg kann sie im eigenen Bett schlafen, es sei denn, sie feiert diesen noch ausgiebig.
Skandal: Emmelies Trommler in SS-Jacken
Der Song-Contest-Sieg der Dänin war übrigens strategisch durchaus weitsichtig vorbereitet. So machte die 20-Jährige bereits während des dänischen Vorentscheids von sich reden, als die zwei Landsknechttrommler hinter ihr in Uniformjacken der Waffen-SS auftraten.
Man habe lediglich im Kostümfundus zugegriffen, ohne zu wissen, dass es sich um Kleidungsstücke für eine TV-Serie über den Zweiten Weltkrieg handelte, so die Begründung. "Wir sind erst nach dem dänischen Vorentscheid von einem deutschen Historiker darauf hingewiesen worden und waren total geschockt", entschuldigte sich de Forest gegenüber der "Bild"-Zeitung. Man habe die Jacken selbstredend gleich ausgetauscht.
Enttäuschung bei Deutschland und GB
Eine Enttäuschung stand übrigens Deutschland ins Haus, nachdem die eigentlich unter den Top Ten gesehene Gruppe Cascada mit der Disconummer "Glorious" lediglich den 21. von 26 Plätzen belegte. Auch Großbritanniens 80er-Jahre-Ikone Bonnie Tyler kam mit "Believe in me" nicht über den 19. Platz in der Rangliste hinaus.
Insgesamt konnte sich Farid Mamedow aus Aserbaidschan mit seiner Schmachtnummer "Hold Me" über zehnmal 12 Punkte freuen, während auf das lange schon von den Wettbüros favorisierte Dänemark "nur" achtmal 12 Punkte entfielen. Dafür erhielt de Forest aus allen Ländern Punkte, mit Ausnahme San Marinos. Die Ukraine schaffte gerade noch den Sprung aufs Treppchen und verwies damit Norwegen, Russland, Griechenland und Italien auf die Plätze.
Dänemarks Weg zum Sieg
Schon vorab galt Dänemark als Favorit auf den Sieg des heurigen Song Contests. Dennoch musste Emmelie de Forest lange warten, bis sie den Pokal von Vorjahressiegerin Loreen überreicht bekam. Wir waren für Sie live dabei. Den Ticker gibt's hier zum Nachlesen!
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